Die Rektoren der Benediktineruniversität Salzburg (1622 1811)

 

 
 

Albert Keuslin

Aula bei der Ausrufung des Rektors

Franz Schmier

 

 

1622 – 1626

Albert Keuslin (1591 – 1657)

aus dem Kloster Ottobeuren,

später Abt von St. Peter/Salzburg

Auf Schloss Liebenthann im Stiftsgebiet von Kempten geboren besuchte Keuslin die Klosterschule von Ottobeuren. 1607 trat er in den Benediktinerorden und legte im Jahr darauf die Ewige Profess ab. Nach dem Studium der Philosophie und Theologie in Dillingen wirkte er zunächst als Prior seines Klosters; 1617 kam Albert Keuslin nach Salzburg, wo er Philosophie und Moraltheologie lehrte bis er 1622 zum ersten Rektor der Universität gewählt wurde. Keuslin verfasste u.a. einen kurzgefassten Catalogus zur Geschichte der Äbte von St. Peter.

 

 

1626 – 1638

 

Matthäus Weiss (1589 – 1638)

aus dem Kloster Andechs

 

Zu Elchingen in Schwaben geboren trat Weiss 1606 in das Kloster Andechs, wo er 1607 die Profess ablegte. Nach dem Studium in Dillingen wurde er als Professor für Moraltheologie nach Salzburg gerufen; von seinen Vorlesungen hat sich eine Sammelhandschrift (UBS, Sign. M I 215) erhalten. Aus der Reihe seiner Publikationen verdient besonders das Lyceum benedictinum Beachtung, in dem Weiss die bedeutendsten Gelehrten aus dem Benediktinerorden vorstellt. Als Rektor bemühte er sich um die Fertigstellung des Universitätsgebäudes und um die Hebung der Hörerzahl. Während seiner Amtszeit führte er ein interessantes Tagebuch (bA 18), in welches er auch das erste Bücherinventar der Universität notierte. Weiss fand seine letzte Ruhestätte in der St. Veits-Kapelle zu St. Peter. 

 

 

1638 – 1652

 

Roman Müller (1601 – 1671)

aus dem Kloster Seeon

 

Stammte aus dem schwäbischen Ehingen. Nach dem Klostereintritt studierte er in Salzburg Rhetorik, in Ingolstadt Philosophie und Theologie am Collegium Germanicum in Rom. Anschließend unterrichtete er in Salzburg Moraltheologie und Exegese. Müller gründete die Rosenkranzbruderschaft, deren Präses und Prediger er war; gleichfalls stand er der Marienkongregation über mehre Jahre vor. In die Zeit seines Rektorats fiel das Ende des Dreißigjährigen Krieges, die Auf- und Abrüstung des "Akademischen Fähnleins". Müller kaufte 1649 die Bibliothek des Humanisten Christoph Besold für die Universität und ließ sie auf dem Schiffsweg nach Salzburg bringen. Aufgrund von Veruntreuungen des weltlichen Verwalters der Universität wurde der Rektor im Kloster St. Peter in Schutzhaft genommen; er vertauschte daraufhin das Amt des Rektors mit dem des Prokanzlers. Roman Müller schrieb mehrere Bücher in meisterhaftem Latein, verfasste etliche Inschriften und hielt auf namhafte Persönlichkeiten die Leichenpredigt. Auf Wunsch des Fürsterzbischofs Guidobald, dessen Geheimer Rat und vertrauter Freund er war, wurde er 1665 zum Abt seines Heimatklosters gewählt.

 

 

1652 – 1673

 

Alphons Stadelmayr (1610 – 1683)

aus dem Kloster Weingarten

In Innsbruck als Sohn des Kapellmeisters und Komponisten Johann Stadelmayr geboren, der 1647 von Erzherzog Ferdinand Carl in den Adelsstand erhoben wurde, legte er 1626 die Ordensgelübde im Benediktinerstift Weingarten ab und feierte 1634 seine Primiz zu St. Gallen. 1647 erfolgte der Ruf nach Salzburg, wo Stadelmayr zum Dr. theol. promoviert wurde und seine Lehrtätigkeit aufnahm; er komponierte überdies die Musik zu einer Finalkomödie. Vorlesungsmitschriften seiner Studenten haben sich aus den Jahren 1649/51 erhalten (UBS, M I 329). Als Rektor erweiterte er das Universitätsgebäude (Religiosenkonvikt, Theater) und richtete einen Bibliothekssaal ein. 1673 wurde er zum Abt seines Klosters gewählt.

 

 

1673 – 1681

 

Benedikt Pettschacher († 1701)

aus dem Kloster St. Lambrecht

 

Geboren in Tamsweg studierte Pettschacher nach dem Eintritt in das Kloster St. Lambrecht Philosophie in Graz, welches Fach er anschließend an der Ordensschule zu Admont lehrte. 1667 erfolgte der Ruf nach Salzburg als Professor für Theologie. Während seines Rektorats wurde er zum Geheimen Rat des Fürstabts von Kempten ernannt. Ins Kloster zurückgekehrt wirkte er als Prior.

 

 

1681 – 1705

 

Gregor Wibmperger (1640 – 1705)

aus dem Kloster Kremsmünster

 

Als Sohn des Pflegers von Aistersheim geboren legte er 1658 die Ewige Profess im Stift Kremsmünster ab. Wibmperger studierte Philosophie und Theologie in Salzburg, wo er 1672 zum Dr. theol. promoviert wurde. Zuvor übte er das Amt des Novizenmeisters in seinem Heimatkloster aus und unterrichtete an Klosterschule in Gleink Philosophie. In Salzburg lehrte er gleichfalls zunächst Philosophie, später Theologie. Wibmperger war der erste Superior von Maria Plain, er begrüßte den berühmten Benediktinergelehrten Jean Mabillon mit einer schwungvollen Rede in Salzburg und wurde vom Salzburger Fürsterzbischof Johann Ernst zum Geheimen Rat ernannt. Als erster Rektor wurde er in der Kolumbariengruft der neuerbauten Universitätskirche beigesetzt.

 

 

1705 – 1708

1711 – 1713

 

Robert König (1658 – 1713)

aus dem Kloster Garsten

 

Wurde in Traundorf bei Gmunden als Sohn des Färbermeisters Tobias König und der Maria Ursula Derfflinger geboren. Er trat 1675 in den Benediktinerorden zu Garsten, studierte ab 1677 in Salzburg und wurde 1685 zum Doktor der beiden Rechte promoviert. Anschließend lehrte er Kanonisches Recht für zwölf Jahre, wobei er sich aufgrund seiner klaren Ausdrucksweise und einprägsamen Lehrmethode stets über einen vollen Hörsaal freuen durfte. Als sein Hauptwerk gelten die Principia Juris Canonici universi. Unter der Beibehaltung des Professorentitels wurde er 1697 Pfarrer zu Steyr, 1705 erfolgte seine Rückkehr nach Salzburg als Rektor der Universität, welches Amt er mit dreijähriger Unterbrechung bis zu seinem Lebensende ausübte. Rektor König starb in Salzburg und wurde in der Kolumbariengruft der Universitätskirche begraben.

 

 

1708 – 1711

 

Cölestin Romoser (1667 – 1720)

aus dem Kloster Admont

Zu Großsölk im Ennstal geboren trat er in das Stift Admont ein und studierte ab 1696 Philosophie und Theologie in Salzburg. 1703 zum Doktor der Theologie promoviert nahm er die Lehrtätigkeit in diesem Fach auf. Als Rektor führte seine unnachsichtige Haltung gegenüber dem jungen Verfasser eines Pamphlets, den er zu mehreren Stockhieben verurteilt hatte, zum größten Studentenstreik in der Geschichte der Salzburger Benediktineruniversität. Die aufgebrachten Studenten konnten erst wieder beruhigt werden, als der unbeliebte Rektor sein Amt resignierte und Pfarrer zu Gröbming wurde.

 

 

1713 – 1728

 

Franz Schmier (1679 1728)

aus dem Kloster Ottobeuren

Wurde im schwäbischen Grönenbach als Sohn eines Fugger’schen Verwalters geboren. Neunjährig besuchte er die Klosterschule von Ottobeuren, in welchem Stift er 1696 die Ordensgelübde ablegte. An der Salzburger Benediktineruniversität studierte er Philosophie, Theologie und Rechtswissenschaften. Nach der Priesterweihe (1703) und der Promotion zum Doktor der beiden Rechte (1706) trat er seine Lehrtätigkeit als Professor für Kirchenrecht an. Der Fürstabt von Kempten (1711), der Salzburger Fürsterzbischof (1717) und der Fürstbischof von Freising (1720) zeichneten ihn mit dem Geheimen Ratstitel aus, kurz vor seinem Lebensende erfolgte seine Ernennung zum Apostolischen Protonotar (1728). Er fand seine letzte Ruhestätte in der Kolumbariengruft der Universitätskirche.

 

 

1729 – 1732

 

Cölestin Mayr (1679 – 1753)

aus dem Kloster St. Ulrich und Afra/Augsburg

Stammte aus Donauwörth und wirkte nach dem Studium der Theologie in seinem Heimatkloster als Novizenmeister. Ab dem Jahre 1711 lehrte er Philosophie und stieg später vom Prokanzler zum Rektor auf. Er machte sich besonders um die juridische Fakultät verdient, indem er 1730 beim Fürsterzbischof die Gründung einer neuen Lehrkanzler für deutsches Staatsrecht durchsetzte. Schon kurze Zeit später wurde er Propst zu Unterliezheim in Schwaben und 1735 Abt seines Heimatklosters. Mayr war ein wortgewaltiger Prediger, der Leichenrede und Epitaph auf den Salzburger Fürsterzbischof Franz Anton Fürst von Harrach verfasst hat.

 

 

1732 – 1741

 

Gregor Horner (1689 – 1760)

aus dem Kloster Gleink

Stammte aus Laufen an der Salzach und lehrte nach der Ablegung der Ordensgelübde zu Gleink (1708) in Salzburg Philosophie. Danach wirkte er in seinem Heimatkloster als Prior, bis er 1726 abermals nach Salzburg kam, um Theologie zu unterrichten. Als Rektor gründete er das „Collegium nobilum Josepho-Carolinum“, das der Universität  großen finanziellen Schaden verursachte und aufgehoben werden musste. Als wenig erfolgreich erwies sich zudem das Missionshaus in Schwarzach, das der Universität zur Förderung des Katholischen Glaubens in diesem Gebiet unterstellt war. Schließlich brach auch noch der „Sycophantenstreit“ um die Marienverehrung aus, in dessen Verlauf Horner beim Salzburger Landesfürsten in Ungnade fiel und schließlich sein Amt resignieren musste. Er starb als Beichtvater der Klosterfrauen auf dem Nonnberg.

 

 

1741 – 1744

 

Oddo Scharz (1691 – 1749)

aus dem Kloster Kremsmünster

Wurde als Sohn des Pflegers der Herrschaft Scharnstein geboren. Er studierte in Graz Philosophie und in Salzburg Theologie. Nach der Lehrtätigkeit an der Klosterschule Kremsmünster wirkte er in den Pfarren Adlwang, Buchkirchen und Niedernburg bevor er als Subprior und Novizenmeister in das Kloster zurückkehrte. Ab 1733 lehrte er an der Salzburger Benediktineruniversität Kanonisches Recht, wurde Geistlicher Rat und schließlich Rektor sowie Geheimer Rat. Schon unmittelbar nach seiner Wahl wurde Kritik laut, er ließe sich in seinen Entscheidungen zuviel von seinem Günstling, P. Anselm Desing, leiten. Bereits nach drei Jahren verließ Scharz die Universität und wurde Pfarrer von Kematen.

 

 

1744 – 1759

 

Berthold Vogl (1706 – 1771)

aus dem Kloster Kremsmünster

 

Als Sohn des Schulmeisters zu Pfarrkirchen in Oberösterreich geboren legte er 1725 die Ewige Profeß im Stift Kremsmünster ab. Vogl studierte in Salzburg Philosophie, feierte 1731 seine Primiz und wurde Pfarrer von Ried. Anschließend lehrte Vogl  Philosophie und Theologie in Salzburg, wo er sich um den neuen Lehrplan höchst verdient machte. Als Rektor war er besonders den Naturwissenschaften zugetan, stattete das mathematisch-physikalische Kabinett neu aus und setzte sich für Vorlesungen aus Experimentalphysik ein. 1759 erfolgte seine Wahl zum Abt seines Heimatklosters, als welcher er "wegen seines verschlossenen, argwöhnischen Wesens nicht sehr beliebt" war.

 

 

1759 – 1766

 

Gregor Zallwein (1712 – 1766)

aus dem Kloster Wessobrunn

 

Geboren zu Oberviechtach in der Oberpfalz besuchte er zunächst das Gymnasium in Regensburg und studierte anschließend Philosophie zu Freising. 1733 legte er die Ordensgelübde im Kloster Wessobrunn ab. Nach der Priesterweihe besuchte er in Salzburg rechtswissenschaftliche Vorlesungen. Im Kloster übte Zallwein zunächst das Amt des Novizenmeisters aus, unterrichtete Dogmatik und wurde 1744 Prior. Der Fürstbischof von Gurk, Joseph Maria Graf von Thun, berief ihn zum Regens des neu gegründeten Priesterseminars zu Straßburg in Kärnten. 1749 folgte der Ruf nach Salzburg als Professor für Kirchenrecht. Als Rektor setzte er sich in besonderem Maße für die notleidenden Studierenden ein; weniger beliebt war er bei den Gymnasialprofessoren, deren Ferien er verkürzte und die er mit zahlreichen Zusatzaufgaben belastete. Aufgrund von „unerträglichen Kopfschmerzen“ sah er sich schließlich gezwungen sein Amt zu resignieren.

 

 

1766 – 1787

 

Constantin Langhaider (1726 – 1787)

aus dem Kloster Kremsmünster

Als Sohn des Pflegers der Herrschaft Bergham in der oberösterreichischen Pfarre Feldkirchen getauft studierte Langhaider in Kremsmünster und Salzburg. Nach der Priesterweihe unterrichtete er an der Ritterakademie seines Stifts und am Akademischen Gymnasium in Salzburg. Zu seinen Fächern zählten Philosophie, Mathematik und Physik. Nach der Promotion zum Dr. iur. lehrte er Kirchenrecht in Salzburg und stieg als Rektor zum Geistlichen und Geheimen Rat des Fürsterzbischofs auf. Er galt als „sehr gelehrt, ausgezeichnet klug und leutselig“, weshalb er immer wieder zum Rektor gewählt wurde: Seine ebenso schwierige, wie umsichtig wahrgenommene Vermittlerrolle zwischen „Aufklärern“ und „Beharrenden“ brachte ihm mit Recht große Anerkennung ein. Langhaider starb, von einem Blasenleiden geschwächt, an einer Leberverhärtung und fand seine letzte Ruhestätte in der Universitätskirche.

 

 

1787 – 1792

 

Johann Damascen von Kleinmayrn (1735 – 1810)

aus dem Kloster Wessobrunn

Geboren in Zell am Ziller studierte Kleinmayrn in Salzburg und am Collegium S. Callisto in Rom. Nach kurzer theologischer Lehrtätigkeit wirkte er als Pfarrer in Iffeldorf, bevor er Superior zu Schwarzach im Pongau wurde. Anschließend folgte er dem Ruf auf den Lehrstuhl für Kirchenrecht nach Salzburg. Sein Rektorat währte nur wenige Jahre; er resignierte es „verschiedener Umstriebe wegen, durch die man ihm seine Stellung erschwerte und verbitterte“. Kleinmayrn war Superior an der Liebfrauenkirche zu Vilgertshofen am Lechrain als er 1798 zum letzten Abt von Wessobrunn gewählt wurde. Nach der Aufhebung seines Klosters lebte er als Pensionär in Landsberg.

 

 

1792 – 1802

 

Augustin Schelle (1742 – 1805)

aus dem Kloster Tegernsee

Aus Peuting bei Schongau stammend besuchte Schelle zunächst das Seminar der regulierten Chorherren in Polling, um anschließend bei den Jesuiten in München zu studieren. Nach dem Eintritt in das Kloster Tegernsee erhielt er seine theologische Ausbildung an der Ordensschule zu Benediktbeuern. Eine Lehrplanerweiterung ermöglichte ihm das Studium der biblischen Hermeneutik und der orientalischen Sprachenkunde. Nach der Vollendung des Studiums in Salzburg lehrte in Benediktbeuern, Tegernsee und schließlich am Akademischen Gymnasium in Salzburg. Zum Dr. phil. promoviert hielt er Vorlesungen über orientalische Sprachen, Philosophie, Naturrecht und Geschichte. Seine Wahl zum Rektor erfolgte unter großem Beifall der Studenten, bei denen er sehr beliebt war. Schelle publizierte u. a. ein Schulbuch zur „Griechischen Sprachlehre“, einen „Abriß der Universalhistorie“ und eine Verteidigung des Zölibats.

 

 

1802 – 1805

 

Johann Evangelist Hofer (1757 – 1817)

aus dem Kloster St. Peter/Salzburg

Als Sohn des Kaufmanns Andreas Hofer und der Maria Ottmann in Salzburg geboren hörte er nach der Vollendung des Theologiestudiums juridische Vorlesungen und wirkte anschließend als Kooperator in Abtenau. Auf Wunsch des Salzburger Fürsterzbischofs Hieronymus Graf Colloredo durfte er gemeinsam mit seinem Mitbruder P. Corbinian Gärtner eine Studienreise über Würzburg, Mainz und Giessen nach Göttingen unternehmen. Während des Besuches von Paris erlebten die beiden Religiosen 1789 den Sturm auf die Bastille mit. Nach Salzburg zurückgekehrt wurde Hofer noch im selben Jahre Professor für Exegese und orientalische Dialekte. Den Studenten galt er als bescheidener und biederer Mann, der deswegen so wenig publizierte, weil er sich im Unterschied zu seinen Kollegen nicht „mit fremden Federn schmücken und aus sechs Büchern das siebente verfertigen“ wollte.

 

 

1805 – 1806

 

Ägydius Jais (1750 – 1822)

aus dem Kloster Benediktbeuern

Im oberbayrischen Mittenwald geboren besuchte Jais die Klosterschule zu Benediktbeuern und das Lyceum in München, bevor er Philosophie zu St. Emmeram in Regensburg und Theologie in seinem Heimatkloster studierte. Seit 1776 war er Wallfahrtspriester in Maria Plain, anschließend unterrichtete er am Akademischen Gymnasium in Salzburg. Auf die Lehrtätigkeit folgte Seelsorgertätigkeit in Jachenau und die Leitung des Noviziats in Rott/Inn. 1803 kehrte er nach Salzburg als Professor für Moral- und Pastoraltheologie zurück. Der vorübergehend in Salzburg als Kurfürst residierende Großherzog Ferdinand III. von Toskana berief ihn 1804 zum Religionslehrer seiner Söhne, die er nach Würzburg und Florenz begleiten durfte; deshalb resignierte er als Rektor nach einer kaum zwei Jahre dauernden Amtszeit. Erst 1814 kehrte er in das Kloster Benediktbeuern zurück. Jais verfasste und publizierte abgesehen von Singspielen und Traueroden als hochgeachteter Religionspädagoge mehrere überaus bedeutsame Werke zur Glaubens- und Sittenlehre, darunter auch Religionsbücher für den Schulgebrauch; daneben war er Mitarbeiter von „Kapler’s Magazin für katholische Religionslehrer“. Er ist bislang der einzige Rektor der Benediktineruniversität dem eine Biographie gewidmet wurde.

 

 

1806 – 1811

 

Corbinian Gärtner (1751 – 1824)

aus dem Kloster St. Peter/Salzburg

Zu Schwaz in Tirol als Sohn des Anton Dominik Gärtner, Pflegers zu Tratzberg, und der Anna Steur geboren, besuchte er die Jesuitengymnasien von Hall und Innsbruck. Daran schloss sich ein Studium der Philosophie in Salzburg, worauf im Stift St. Peter Einkleidung (1769), Profess (1770) und Priesterweihe (1774) folgten. Gärtner wirkte zunächst als Repetitor im Kloster und als Beichtvater der Ursulinen. Gemeinsam mit P. Johann Evangelist Hofer unternahm er eine längere Studienreise durch Europa und wurde nach der Rückkehr zum Doktor der beiden Rechte promoviert. Künftig lehrte er Kirchenrecht, deutsches Privatrecht und Diplomatik in Salzburg. Er war der erste Professor an der Benediktineruniversität, der das Kanonische Recht in deutscher und nicht mehr in lateinischer Sprache vortrug – trotz des Widerstands des Salzburger Hofes. Als Rektor verwaltete er in der überaus schwierigen Zeit der Franzosenkriege den Universitätsfonds mit großer Umsicht; Bibliothek und physikalisches Kabinett erfuhren daher eine beachtliche Erweiterung. Nach der Aufhebung der Universität lehrte Gärtner kurzfristig am Lyceum und kehrte dann als Bibliothekar in sein Heimatkloster zurück. In die Salzburger Geschichtsschreibung ist er als Fortsetzer der Chronik von Judas Thaddäus Zauner eingegangen. Vergeblich suchte er Heilung von der Gelbsucht in den Solebädern von Ischl, wo er während seines Kuraufenthaltes verstarb und am Ortsfriedhof begraben wurde.

 

 

Quellen:

Kellner, Altman: Profeßbuch des Stiftes Kremsmünster. – Klagenfurt 1968.

Kolb, Ägidius: Präsidium und Professorenkollegium der Benediktiner-Universität Salzburg 1617-1743, in: MGSL 102 (1962), S. 117-166, hier: S. 121 – 127.

Kolb, Ägidius: Präsidium und Professorenkollegium der Benediktiner-Universität Salzburg 1744 bis zu deren Ende 1810, in: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktiner-Ordens und seiner Zweige 1972, Hft. III – IV, S. 663 – 716.

Lindner, Pirmin: Professbuch der Benediktiner-Abtei St. Peter in Salzburg (1419 – 1856). – Salzburg 1906.

Sattler, Magnus: Collectaneen-Blätter zur Geschichte der ehemaligen Benedictiner-Universität Salzburg. – Kempten 1890, S. 677f.

(Sedlmayr Roman:) Historia almae et archi-episcopalis Universitatis Salisburgensis sub cura PP. Benedictinorum. – Bonndorf 1728.

Zauner, Judas Thaddäus: Syllabus rectorum magnificorum Universitatis Salisburgensis. – Salzburg 1792.