Bibliotheksgeschichte der Salzburger Benediktineruniversität

Matthäus Weiss (bA 18, p. 504: Catalogus librorum a P. Matthaeo Weiss emptorum)

Alphons Stadelmayr

erbaute Gebäude 1658

Alphons Stadelmayr kaufte 1659 die Bibliothek von Christoph Besold (1577-1638):

Bestand erweitert durch Abt Albert Keuslin von St. Peter (Wo: Chron. nov.?), Abt Urban Weber von Admont und Johann Christoph Mezger.

 

<Bilder & Dokumente: Weiss, Keuslin, ...>

Ein bibliophiler Wohltäter der Universität:

Johann Christoph Mezger (1594-1658)

UBS

 

Johann Christoph Mezger

Johann Christoph Mezger (1594 – 1658) stammte aus Lauingen an der Donau, wo er nach protestantischem Ritus getauft wurde; er konvertierte zum Katholizismus, immatrikulierte sich 1616 an der Jesuitenuniversität zu Ingolstadt und wurde 1622 zum Doktor der beiden Rechte promoviert. Bereits im Jahr darauf begann er seine Beamtenkarriere als Hofrat des Herzogs Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg (1578 – 1653). In den Jahren 1627 bis 1640 wirkte er als Rat und Kanzler zu Eichstätt unter den Fürstbischöfen Johann Christoph von Westerstetten (1563 – 1637) und Marquard II. Graf Schenk von Castell (1605 – 1685).

Über die Vermittlung des Salzburger Domherrn und späteren Fürstbischofs von Chiemsee Franz Vigil Grafen von Spaur († 1670) erhielt Mezger die „ain zeither vacirende Vicecancellariatstöll“ am Hofe des Salzburger Fürsterzbischofs Paris Grafen von Lodron (1586 – 1653); am 3. August 1641 wurde ihm der Titel eines Hofkanzlers verliehen. Mezger, der auch die Einträge der Pflegschaft Neuhaus als deren Absentpfleger genießen durfte, wollte aber Salzburg bereits 1642 wieder verlassen, da ihm die „Lufft alhie nit zuegeschlagen“ hatte. Der Fürsterzbischof stellte ihm daraufhin frei, sich „an anderen Orthen umb Dienst“ zu bewerben.

Gemeinsam mit seiner Frau Maria Elisabeth (1594 – 1671), die eine Tochter des berühmten Ingolstädter Medizinprofessors Philipp Menzel war, kehrte Mezger jedoch nach Salzburg zurück, um seinen Lebensabend im Kloster St. Peter zu verbringen. Die drei Söhne des Ehepaares waren unter den Namen Franz (1632 – 1701), Joseph (1635 – 1683) und Paul (1637 – 1702) in das Benediktinerstift eingetreten und wirkten an der Universität als anerkannte Professoren; von ihnen stammt die berühmte „Historia Salisburgensis“, eines der bedeutendsten Geschichtswerke über Salzburg in lateinischer Sprache.

< Bilder: Historia Salisburgensis >

Johann Christoph Mezgers Epitaph

in der Stiftkirche Michaelbeuern

Johann Christoph Mezger starb am 12. Juni 1658 in Salzburg; den Großteil seines Vermögens hatte er dem Kloster Michaelbeuern vermacht, wo er in der von ihm gestifteten „Mezgerkapelle“ der Stiftskirche begraben wurde. Seine stattliche Büchersammlung schenkte er der Salzburger Universitätsbibliothek, die noch heute sein Porträt mit folgender Inschrift besitzt:

 

Das lateinische Epitaph in der Stiftskirche von Michaelbeuern lautet:

 

VADE AD PRÆFINITVM

ET REQVIESCES, ET STABIS IN

SORTE TVA IN FINEM DIERVM.

DANIEL PROPH. CAP. XII

 

PRÆNOBILIS ET CONSVLTISSIM: DOMINVS

IOHANNES CHRISTOPHORVS MEZGER PATRIÂ

LAUINGAN: NATIONE SUEVUS STATV IURIS CONS:

ET COMES PALATINVS IMP: POSTQVAM ANNIS

TRIGINTA PRINCIPVM IMPERII ELECTORIS BAVA

RIÆ, SAC: CÆS: MAIEST RSPVE: CONSILIARIVS, CANCEL:

LARIVS AD COMITIA ET TRACTATUS PVBLICOS

PACE BELLOQ: LEGATUS REIPUB: GERMAN: VIRES AM:

MISIT CORP. IMPENDISSET, ET AD PRIVATAS VITÆ RATIO:

NES PRÆPARANDAM  MOREM ET BEATAM ÆTER(NITA)TEM,

IN HANC SOLITUDINEM CONSECRATIS DEO LIBERIS

CVM UXORE SECESSIT. TANDEM SECVLO PIENTISS:

DEFUNCTUS ANNO MDC.LIIX: MENS: IV(N)II DIE XII ÆTAT: SVÆ

AN: LXIII. MENS. XI. DIE. VI CORPUS IN HOC LOCO SACRO

SUB SPE RESVRRECTIONIS DEPOSUIT ANIMAM DEO

REDDIDIT, ET DIVINÆ MISERICORIDIÆ COMENDAVIT

VT REQUIESCAT IN PACE ET LVCE FRVATUR ÆTERNA

AMEN

 

Stolze Anzahl vermehrt - Bibliothekar notwendig ...

Katalog: Otto Aicher pulcherrimum librorum ordinem, eorumque catalogos Ottonis nostri industriae & laboribus debeant.

Aus der Reihe ragen hervor: Michael Langbartner, Sedlmayr (Historia), Desing

Die Bibliothekare:

1657 – 1660

Gregor Kimpfler / Scheyern

 

 

1660 – 1705

Otto Aicher / St. Veit

 

 

1705 – 1714

Michael Langbartner / Michaelbeuern

 

 

1714 – 1716

Roman Sedlmayr / St. Blasien

 

 

1716 – 1720

Fructuosus Scheidsach / Seeon

 

 

1720 – 1727

Alanus Ritter / Wessobrunn

 

 

1727 – 1730

Gregor Horner / Gleink

 

 

1731 – 1732

Rupert Burger / Garsten

 

 

1733 – 1740

Corbinian Thomas / Elchingen

 

 

1741 – 1742

Anselm Desing / Enzdorf

 

 

1743

Benedikt Bucher / Oberaltaich

 

 

 

Scheidsach, Fructuosus

1720

Geschenk an die UBS; "ex dono authoris post novem annorum Professuram Salisburgo abeuntis 8va die Octobris Anno 1720"

R 2.648 I

 

Schelle, s. Sattler 543

S. 185: HofBibliothek an Uni.

 

Kolb, S. 151ff.

Sedlmayr, S. 108.

Bibliotheksdirektoren

Forstner Karl

Kluger Emmerich

Unterrainer Christine

Schachl-Raber Ursula