Universitätsbibliothek Salzburg
R 80.903 IV
Nicolaus Joseph Jacquin: Selectarum stirpium Americanarum historia. Wien, um 1780
Jacquin wurde 1727 in Leiden geboren, machte allerdings in Wien Karriere und war eng mit der Geschichte von Schönbrunn verbunden. Jacquins erstes bedeutendes illustriertes Buch ist die „Historia stirpium Americanarum historia“ (1763), enthält etwa 200 Pflanzendarstellungen, die vom Autor selbst gemalt und unter seiner Aufsicht in Kupfer gestochen wurden. Unter den Künstlern befand sich auch Franz von Scheidel (1731-1801), der für Jacquin auch die Abbildungen der „Flora Austriacae ... Icones“ anfertigte, einem prächtigen Werk in fünf Bänden. Kaiser Franz Stephan, der 1752 die Menagerie in Schönbrunn und 1753 den Botanischen Garten gründete, ließ auch die erste wissenschaftliche Expedition nach Übersee ausrüsten. In seinem Auftrag reiste Nicolaus Joseph Jacquin 1755 in die Karibik, zu den Antillen, nach Venezuela und Kolumbien. Von dieser Reise brachte Jacquin viele lebende Tiere und Pflanzen für die Menagerie und den Botanischen Garten sowie insgesamt 67 Kisten mit Naturalien nach Wien.
Das Salzburger Exemplar der Flora der Karibik stellt eine besondere Kostbarkeit dar: Die Pflanzendarstellungen sind hier nicht mittels Kupferstichen reproduziert, sondern von Hand gemalt. Der Prachtband befand sich einst im Besitz des Salzburger Erzbischofs Hieronymus Colloredo und trägt sein Supralibros.
Abbildungen:
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Taf. 92: Tillandsia lingulata (heute: Guzmania lingulata) |
Taf. 107: Ximenia americana (Sauerpflaume) |
Taf. 110: Coccoloba uvifera (Meertraube) |
Taf. 120: Poinciana pulcherrima (auch: Caesalpinia pulcherrima) |
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Taf. 189: Dolichos urens |
Taf. 190: Dolichos altissimus (auch: Mucuna urens) |
Taf. 214: Epidendrum carthagenense |
Taf. 219: Passiflora laurifolia (Passionsblume) |
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Taf. 223: Aristolochia maxima (Guaco) |
Taf. 226: Helicteres Jamaicensis |
Taf. 234: Anguria trilobata |
Taf. 250: Clusia alba |