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Sondersammlungen

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 Besitzereinträge in Büchern der UB Salzburg:

Drei Bücher aus dem Bestand der UB Salzburg enthalten Besitzereinträge von Mitgliedern der Familie Mozart: Zwei stammen von Leopold Mozart, einer - vermutlich - vom Sohn Wolfgang Amadeus Mozarts, Franz Xaver Wolfgang Mozart.

Im 1750 in Salzburg gedruckten Werk "Hinlängliche Schul-Geographie vor Junge Leuthe" (Signatur R 3349 I) finden wir den Besitzereintrag Leopold Mozarts am unteren Blattrand: ex libris Leop: Mozart (Abbildung). Verfasst wurde diese Schul-Geographie vom bedeutendsten Geographie-Professor der Universität Salzburg, von P. Anselm Desing (1699-1772). Geographie wurde im 18. Jh. an der Universität Salzburg im Rahmen des zweijährigen Philosophiekurses unterrichtet. Desing bekennt sich im Vorwort seines Lehrbuchs zu einer lustvollen Art des Lernens: Kein stures Herunterbeten von Zahlen und Namen sei für junge Menschen interessant, sondern es werden noch vil Zucker und Specereyen dazu gehören, biß es der schleckerhaften Jugend appetitlich genug gemacht werde. Lustige Anekdoten, Landkarten zum Betrachten (Abbildung) und oftmaliges Wiederholen sollen Lust auf das Studium der Geographie machen. Auf welchem Weg dieses Buch aus dem Besitz von Leopold Mozart an die Universitätsbibliothek gelangte, ist unbekannt.

Warum Leopold Mozart im Jahr 1764 eine Grammatik der englischen Sprache kaufte, ist klar: Die Familie Mozart befand sich seit April 1764 in London, um eine Reihe von Konzerten zu geben. Um sich besser verständigen zu können, erstand Leopold Mozart am 8. Mai 1764 die "Nouvelle Grammaire Angloise" (Signatur R 71090 I; Abbildung), 1763 von P. Rogissard verfasst. Weshalb er ausgerechnet diese heute sehr seltene Ausgabe wählte? Vielleicht, weil am Ende dieses Werkes eine Reihe von Liedern in englischer und französischer Sprache abgedruckt war? (Abbildung) Auch von diesem Buch ist nicht bekannt, wie es seinen Weg in die Universitätsbibliothek gefunden hat.

Der dritte Besitzereintrag ist auf den ersten Blick ein wenig mysteriös: Im 1801 erschienenen Werk "The thankful son" (Signatur R 73405 I) aus der Feder von Johann Jakob Engel finden wir auf dem Spiegel des Vorderdeckels den Eintrag Wolfgang Amadeus Mozart (Abbildung). Gleich darunter schrieb eine Frau Häubel im Jahr 1842 begeistert, dass es sich dabei um des berühmten Mozart Handschrift handle, und dass sie dieses Buch der Lyzealbibliothek (heute UB Salzburg) zum Geschenk mache. Dass es problematisch ist, ein Buch aus dem Jahr 1801 dem Besitz von Wolfgang Amadeus Mozart zuzuschreiben, der 1791 gestorben ist, sah auch der bearbeitende Bibliothekar, dessen Bleistifteintrag am unteren Blattrand zu lesen ist ... Die vorläufige Lösung dieses Rätsels bietet auf der gegenüberliegenden Seite eine Notiz des ehemaligen Direktors der Studienbibliothek, Ernst Frisch, aus dem Jahr 1921. Man habe dieses Buch der Stiftung Mozarteum zur Begutachtung vorgelegt, und diese habe ergeben, dass es sich dabei um die Schrift von Wolfgang Amadeus' Sohn handle. Franz Xaver Wolfgang (1791-1844) unterschrieb offizielle Dokumente gerne mit "W. A. Mozart Sohn".

 

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