Universitätsbibliothek Salzburg

W III 38

VINCENTIUS BELLOVACENSIS (5 Bände)

Geschichte: Alle fünf Bände wurden für den Salzburger Erzbischof Bernhard von Rohr (1466-1481) mit Einband und Buchschmuck versehen. Band 1-2 im Jahr 1477 (Datierung jeweils auf dem Vorderdeckel und in Band 2 auf 4va), Band 3 im Jahr 1478 (Datierung auf dem VD), Band 4-5 wohl noch vor den ersten beiden Bänden im Jahr 1477 (Datierung in Bd. 4 auf der Rückseite der Schließen). Die eigentliche Reihenfolge der Entstehung ist somit: Bd. 4, 5, 1, 2, 3.

 

Bd. 1-2 (Speculum historiale)

IV.7.A.3. · Papier · 480 x 330 · Strassburg, Johann Mentelin, 1473

Inhalt: Vincentius Bellovacensis: Speculum historiale. Copinger 6246.

Ausstattung: Band 1: Rote Unterstreichungen, Buchzählung am oberen Blattrand, Perllombarden; zu Beginn jeden Buches eine rote, blaue oder grüne Perllombarde mit Fleuronnée in der Gegenfarbe, z. T. mit Masken. rote und blaue Paragraphenzeichen im Register. 4ra Deckfarbeninitiale Q (Abbildung unten) von Ulrich Schreier: Buchstabenkörper blau mit Blattornamenten, im Binnengrund der Buchstabe M (für "Maria") in Rot, Blau und Grün, durchzogen von einer rosafarbenen Banderole mit der Devise Unica spes mea, darüber die Marienkrone in ziseliertem Blattgold; Außengrund aus ziseliertem Blattgold; vom Buchstabenkörper ausgehend Akanthusranken um den gesamten Schriftraum, am unteren Blattrand mit den Wappen des Erzstiftes Salzburg und dem Wappen Bernhards von Rohr; dazwischen aufgetropfte Goldpunkte. 30rb historisierte Deckfarbeninitiale D (Abbildung unten) von Ulrich Schreier: Buchstabenkörper blau mit feinen goldenen Ornamenten, im Binnengrund Christus mit Reichsapfel vor Landschaft. Außengrund aus Blattgold, vom Buchstabenkörper ausgehend Akanthusranken, am unteren Blattrand mit den Wappen des Erzstiftes Salzburg und dem Wappen Bernhards von Rohr; dazwischen aufgetropfte Goldpunkte. - Eine weitere Landschaftsdarstellung in einer historisierten Initiale Schreiers findet sich auch in der Handschrift Man. perg. 5 der Benediktinerabtei Michaelbeuern. - Band 2: Rubrizierung wie in Teil 1; 4ra eine blaue Lombarde mit Federzeichnung (Blume und Maske) in Grün und Rosa; 4va Deckfarbeninitiale A (Abbildung unten): Buchstabenkörper blau mit Blattornamenten und einer Maske, Binnen- und Außengrund aus poliertem und mit feinen Ranken verziertem Gold, im oberen Freifeld das Wappen des Erzbischofs Bernhard von Rohr und die Datierung 1477. Ausgehend vom Buchstabenkörper Akanthusranken fast um den gesamten Schriftraum, am linken Blattrand ein Gimpel.

Einband: Band 1: Spätgotischer Einband von Ulrich Schreier (Laurin, Lederschnittbände) aus 1477. Braunes Leder über Holz mit Lederschnitt und Einzelstempeln. VD (Abbildung unten): Durch Streicheisenlinien in Rahmen- und Mittelfeld eingeteilt; im Mittelfeld in Lederschnitttechnik in der oberen Hälfte die Marienkrone, darunter eine Banderole mit der Jahreszahl 1477 sowie der Devise Bernhards von Rohr Unica spes mea; in der unteren Hälfte das Wappen des Erzbischofs. Im Rahmenfeld in Lederschnitttechnik der Titel eingeschnitten Prima pars speculi hystorialis Vincen(cii). Außerdem noch kleine Stempel (Laurin, Lederschnittbände Nr. 16, 17, 18 und 19). Auf dem VD 4 ziselierte Eckbeschläge und ein runder, ziselierter Mittelbeschlag; 2 Schließenbeschläge, auf dem oberen unter einer Hornabdeckung das Wappen des Erzbistums Salzburgs, auf dem unteren das Wappen Bernhards von Rohr. HD: Durch Streicheisenlinien in Mittelfeld und 2 Rahmenfelder eingeteilt; im Mittelfeld Diagonalbänder mit Flechthakenstempeln (Laurin, Lederschnitteinbände Nr.9-10), dazwischen bilden Kopfstempel (Laurin, Lederschnitteinbände Nr. 2) ein Blattmuster mit einer fünfblättrigen Blume (Laurin, Lederschnitteinbände Nr. 13) in der Mitte; inneres Rahmenfeld gefüllt mit Flechtwerk (Laurin, Lederschnitteinbände Nr. 12), äußeres Rahmenfeld gefüllt mit Kopfstempeln (Laurin, Lederschnitteinbände Nr. 2), die ein Blattmuster bilden, Blattadern; an den Eckpunkten je eine fünfblättrige Rosette (Laurin, Lederschnitteinbände Nr. 5). Vier ziselierte Eckbeschläge und ein runder, ziselierter Mittelbeschlag; 2 Schließen. R mit 4 Doppelbünden (Leder erneuert), gelber Schnitt. - Band 2: Der Vorderdeckel ist wie bei Band 1 in Lederschnitttechnik ausgefertigt, die Anordnung der Motive im Mittelfeld entspricht weitgehend der Gestaltung der ersten Bandes, es fehlt jedoch die Jahreszahl in der Banderole und in der unteren Hälfte wurden von Schreier unter der Bischofsmütze sowohl das Wappen der Erzstiftes Salzburg wie auch das von Erzbischof Bernhard angebracht. Titel im Rahmenfeld Secunda pars speculi hystorialis Vincency M CCCC LXXVII (1477). Beschläge und Schließenbeschläge wie im ersten Band. Gestaltung des Hinterdeckels wie im ersten Band, doch wurde das Mittelfeld in größere Rautenflächen unterteilt und statt der fünfblättrigen Blume hier Rosettenstempel (Laurin, Lederschnitteinbände Nr. 5) verwendet.

 

 

Abbildungen aus Band 1:

Vorderdeckel

(obere Hälfte)

Vorderdeckel

(untere Hälfte)

Hinterdeckel

(obere Hälfte)

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Abbildungen aus Band 2:

Vorderdeckel

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4va

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4va

 

Bd. 3 (Speculum doctrinale)

IV.7.A.3. · Papier · 480 x 337 · Strassburg, Adolf Rusch, zw. 1477 und 11.2.1478

Inhalt: Vincentius Bellovacensis: Speculum doctrinale. Copinger 6242.

Ausstattung: Rote Unterstreichungen, Auszeichnungsstriche, Paragraphenzeichen, Buchzählung am oberen Blattrand; rote und blaue Perllombarden; 2ra Deckfarbeninitiale Q (Abbildung unten), wohl nicht von der Hand Ulrich Schreiers: Buchstabenkörper blau mit Blattornamenten, im Binnengrund auf punziertem Blattgold Mitra, Kreuz und Stab, links das Wappen des Erzstifts Salzburg, rechts das Wappen Bernhards von Rohr. Außengrund aus punziertem Blattgold, braun-gelber Rahmen; vom Buchstabenkörper ausgehend Akanthusranken am linken und unteren Blattrand; unten Madonna mit Jesusknaben, Einhorn, blaue Banderole mit Devise Unica spes mea; aufgetropfte Goldpunkte. Die Farbverwendung weicht von der Ulrich Schreiers ab.

Einband: Spätgotischer Einband von Ulrich Schreier (Laurin, Lederschnittbände) aus 1478. Braunes Leder über Holz mit Lederschnitt und Einzelstempeln. VD (Abbildung unten): Durch Streicheisenlinien in Rahmen- und Mittelfeld eingeteilt; Mittelfeld zweigeteilt: in der oberen Hälfte in Lederschnitttechnik Marienkrone, darunter der Buchstabe M, durchflochten von einer Banderole mit der Devise Unica spes mea; darunter links das Wappen Bernhards von Rohr, rechts das Wappen des Erzstiftes Salzburg. In der unteren Hälfte teilen Streicheisenlinien das Feld in Rauten ein, die Rautenbänder sind gefüllt mit kleinem Flechthakenstempel (Laurin, Lederschnittbände Nr. 11), die Freifelder gefüllt mit je einer fünfblättrigen Rosette (Laurin, Lederschnittbände Nr. 5), umgeben von je 3 bzw. 4 Blattstempeln (Laurin, Lederschnittbände Nr. 14). Im breiten Rahmenfeld in Lederschnitttechnik der Titel Speculum doctrinale Vincency 1478; Rahmen und Mittelfeld begrenzt mit Streicheisenlinien, dazwischen Flechtwerk (Laurin, Lederschnittbände Nr. 12); außerdem wurde zur Strukturierung der beiden Wappenschilde eine winzige fünfblättrige Blüte (Laurin, Lederschnittbände Nr. 16) verwendet. Auf dem VD 4 ziselierte Eckbeschläge (an den äußeren ist die Datierung 1478 eingraviert) und ein runder, ziselierter Mittelbeschlag (wie bei Bd. 1-2); 2 Schließenbeschläge, auf dem oberen unter einer Hornabdeckung das Wappen des Erzbistums Salzburgs, auf dem unteren das Wappen Bernhards von Rohr (wie Bd. 1-2). HD: Anordnung der Stempel wie bei Bd. 1, doch im Mittelfeld Rosettenstempel (Laurin, Lederschnitteinbände Nr. 5), ein abschließender Rahmen mit Flechtwerk (Laurin, Lederschnittbände Nr. 12) und an den Kreuzungspunkten Vierblattblüte (Laurin, Lederschnittbände Nr. 3).

Abbildungen aus Band 3:

Vorderdeckel

(obere Hälfte)

Vorderdeckel

(untere Hälfte)

WIII38(5).jpg (108127 Byte)

2ra

WIII38(6).jpg (155834 Byte)

2r

 

Bd. 4-5 (Speculum naturale)

IV.7.A.3. · Papier · 480 x 330 · Strassburg, Adolf Rusch, nicht nach 15.6.1476

Inhalt: Vincentius Bellovacensis: Speculum naturale. Copinger 6256.

Ausstattung: Band 4: Rote Unterstreichungen, Buchzählung am oberen Blattrand, Perllombarden (9va mit roter Tinte in eine Perllombarde geschrieben Bernhardus archiepiscopus); zu Beginn jeden Buches entweder rosa-grüne, rot-blaue bzw. grün-blaue Silhouetteninitialen mit Fleuronnée in Rot, Grün und Violett (zu Beginn des fünften Buches mit einem Bischof in Federzeichnung) oder rote, grüne bzw. blaue Perllombarden mit Maiglöckchenfleuronnée in einer Gegenfarbe (zu Beginn des 14. Buches mit zwei Masken, zu Beginn des 15. und 16. Buches mit je 1 Maske). 2ra Deckfarbeninitiale Q, durch Wasserschäden rechts unten verblasst. Buchstabenkörper grün mit Blattornamenten, rosa Binnengrund mit goldenen Ornamenten, Außengrund blau mit goldenen Ornamenten; vom Buchstabenkörper ausgehend Akanthusranken um den gesamten Schriftraum in Rosa, Blau und Grün, am unteren Blattrand links das Wappen des Erzstiftes Salzburg, rechts das Wappen Bernhards von Rohr; aufgetropfte Goldpunkte. Wohl nicht von der Hand Ulrich Schreiers. 23ra (Beginn des ersten Buches) Deckfarbeninitiale M (Abbildung unten) von Ulrich Schreier: Buchstabenkörper blau mit Blattornamenten, auf dem Mittelbalken eine rosa Blume; Binnengrund aus poliertem Gold mit feinem Rankenwerk, Zwickel aus Gold, Rahmen rosa; vom Buchstabenkörper ausgehend Akanthusranken um den gesamten Schriftraum, am unteren Blattrand Buchstabe M (blau mit Blattornamenten), darüber eine Krone in punziertem Gold, der Buchstabe durchflochten von einer rosafarbenen Banderole mit der Devise Unica spes mea; am rechten Blattrand ein Vogel auf einer Ranke sitzend. Aufgetropfte Goldpunkte. - Die Initialen in diesem Band stammen wohl z.T. von Schreiers Hand selbst, zum Teil von einer zweiten Hand. - Band 5: Rubrizierung, Silhouetteninitialen und Fleuronnée-Initialen wie in Band 4, jedoch ohne Masken. Auf fol. [a2] recto Deckfarbeninitiale D von Ulrich Schreier (Abbildung unten): Buchstabenkörper rosa mit Blattornamenten, im Freifeld auf grünem Grund (verziert mit goldenen Sternen und dem Buchstaben "M") Buchstabe "M", blau mit Blattornamenten, durchflochten von einer rosafarbenen Banderole mit der Devise Unica spes mea, darüber eine Marienkrone. Außengrund blau mit goldenen Strahlen; vom Buchstabenkörper ausgehend Akanthusranken um den gesamten Schriftraum, am unteren Blattrand links Wappen des Erzstiftes Salzburg, darüber ein Marder, rechts das Wappen Bernhards von Rohr. Wasserschäden. Das Akanthusrankenwerk am unteren Blattrand ist möglicherweise nicht mehr von der Hand Schreiers gemalt worden.

Einband: Band 4: Spätgotischer Einband von Ulrich Schreier (Laurin, Lederschnittbände) aus 1477. Braunes Leder über Holz mit Lederschnitt und Einzelstempeln. VD (Abbildung unten): Durch Streicheisenlinien in Rahmen- und Mittelfeld eingeteilt; im oberen Bereich des Mittelfeldes in Lederschnitttechnik die Marienkrone, darunter der Buchstabe M, durchflochten von einer Banderole mit der Devise Bernhards von Rohr Unica spes mea; Diagonalbänder mit Flechthakenstempeln (Laurin, Lederschnitteinbände Nr. 7-8) und winzigen Punzen, in den Freifeldern fünfblättrige Blume (Laurin, Lederschnitteinbände Nr. 13), Kopfstempel mit den Initialen VSM (nach Laurin "Ulrich Schreier Maler", möglicherweise sind damit aber die Anfangsbuchstaben der Devise Unica spes mea gemeint) und Dreieckstempel (Laurin, Lederschnitteinbände Nr. 15), das breite Rahmenfeld gefüllt mit Kopfstempeln (Laurin, Lederschnitteinbände Nr. 2), das ein Blattmuster bildet; in den Eckpunkten zusätzlich je eine fünfblättrige Rosette (Laurin, Lederschnitteinbände Nr. 5). Die umgebenden Rahmenbänder gefüllt mit Flechtwerk (Laurin, Lederschnitteinbände Nr. 12). Auf dem VD 4 ziselierte Eckbeschläge, der Mittelbeschlag fehlt; 2 Schließenbeschläge, auf dem oberen unter einer Hornabdeckung das Wappen des Erzbistums Salzburgs, auf dem unteren das Wappen Bernhards von Rohr. Titelschildchen aus Pergament. HD: Durch Streicheisenlinien in Mittelfeld und 2 Rahmenfelder eingeteilt; im Mittelfeld Diagonalbänder mit Flechthakenstempeln (Laurin, Lederschnitteinbände Nr. 7-8), dazwischen bilden Kopfstempel (Laurin, Lederschnitteinbände Nr. 2) ein Blattmuster mit einer fünfblättrigen Blume (Laurin, Lederschnitteinbände Nr. 13) in der Mitte; inneres Rahmenfeld gefüllt mit Flechthaken (Laurin, Lederschnitteinbände Nr. 7-8), äußeres breites Rahmenfeld mit Blattstempel (Laurin, Lederschnitteinbände Nr. 14). Vier ziselierte Eckbeschläge, der Mittelbeschlag fehlt. Zwei Schließen, auf der Unterseite der Messingplättchen jeweils die Jahreszahl 1477 eingraviert. R mit 4 Doppelbünden (Leder erneuert), gelber Schnitt. - Band 5: Der Vorderdeckel ist wie Band 4 gestaltet, das Lederschnittmotiv ist allerdings mit einem runden Rahmen versehen; an Kopfstempeln wird ausschließlich Nr. 2 verwendet, ebenso wird nur die fünfblättrige Blume verwendet (Laurin, Lederschnitteinbände Nr. 13). 4 Eckbeschläge und 1 Mittelbeschlag, Schließenbeschläge wie bei Band 4. HD: Anordnung der Streicheisenlinien und Einzelstempel wie bei Band 4, anstelle der fünfblättrigen Blume wurden im Mittelfeld Rosettenstempel (Laurin, Lederschnitteinbände Nr. 5) verwendet; äußeres Rahmenfeld mit Kopfstempeln und Blattadern strukturiert. 4 Eckbeschläge und ein Mittelbeschlag. R (Leder erneuert) mit 5 Doppelbünden, gelber Schnitt.

 

 

Abbildungen aus Band 4:

Vorderdeckel

(obere Hälfte)

WIII38(7).jpg (99200 Byte)

WIII38(8).jpg (68791 Byte)

WIII38(9).jpg (51969 Byte)

 

Abbildungen aus Band 5:

Vorderdeckel

(obere Hälfte)

Vorderdeckel

(untere Hälfte)

WIII38(10).jpg (63695 Byte)

WIII38(11).jpg (136440 Byte)

 

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© Universitätsbibliothek Salzburg, April 2004