Universitätsbibliothek Salzburg

W III 36

NICOLAUS PANORMITANUS DE TUDESCHIS

V.T.1.A.14a. · Papier · 417 x 285 · Venedig, Nicolaus Jenson, 1477-1478

Inhalt: Nicolaus Panormitanus de Tudeschis: Lectura super V libris Decretalium. Hain 12310.

Ausstattung: Rote Auszeichnungsstriche, Unterstreichungen; rote und blaue Paragraphenzeichen, (Perl-)Lombarden. Auf fol. a2 recto (links) Deckfarbenminiatur 88 x 68, Papst Paul II. auf dem Thron sitzend, mit Tiara und Stab, gekleidet in ein blaues Gewand mit goldenen Ornamenten; vor ihm kniend ein Geistlicher (wohl der Vorbesitzer Georg von Schönberg) mit Banderole Salve et succurre; Hintergrund hellblau und weiß, Rahmen in Grüntönen. Darunter Deckfarbeninitiale G: Buchstabenkörper rosa mit Blattornamenten, Binnengrund blau mit goldenen Ranken, eingeschrieben in ein grünes Rechteck mit goldenen Strahlen. Vom Buchstaben ausgehend Akanthusranken um den gesamten Schriftspiegel, am unteren Blattrand ein weißer Hund, ein Vogel, eine Fliege sowie eine Maske; am rechten Blattrand goldene Banderole mit weißer Aufschrift Salve. Dazwischen aufgetropfte Goldpunkte. - Auf fol. a2 recto (rechts) Wappen des Georg von Schönberg: Wappenschild mit 2 roten Querstreifen auf silbernem Grund, davor steigender schwarzer Greif mit Krone. Darüber die Devise Salve in Grün.

Einband: Spätgotischer Einband von Ulrich Schreier (Laurin, Gruppe II), nach 1481. Braunes Leder über Holz mit Streicheisen und Einzelstempeln. VD und HD gleich (Abbildung unten). Kleine, grün gefärbte Blatt- und Kopfstempel (Laurin II, Nr. 12 und 13), sechsblättrige Blume (Laurin II, Nr. 11), fünfblättrige Rosette (Laurin II, Nr. 2), Flechthakenwerk (Laurin II, Nr. 8-9), Blattadern, goldgefärbte Punzenstempel, auf dem R Kopfstempel (Laurin II, Nr. 1) und Dreiblatt (Laurin II, Nr. 10). Auf dem VD von 2 Beschlägen nur mehr einer vorhanden, Pergamentschildchen mit Titel Prima pars domini abbatis Siculi super primo libro Decretalium. Auf dem VD sind die Schließenbänder abgerissen. R mit 4 Doppelbünden, oben Papierschildchen mit Titel (18. Jh.) und der Zählung Nro. 21. Kapital und Schwanz umstochen.

Geschichte: Das Wappen ist dem Preßburger Propst und Vize-Kanzler der Academia Istropolitana Georg Peltell von Schönberg (gest. 1486) zuzuordnen (Vgl. D. Buran: Fragmente illuminierter gotischer Handschriften aus zwei slowakischen Archiven. Biblos 53,2 (2004), S. 76-77.). Der Einband stammt also aus Schreiers Preßburger Zeit, ca. 1481-1486. Vom gleichen Vorbesitzer stammt die Inkunabel W II 438. - Wiegendruck W III 36 wurde 1935 aus der Konkursmasse Lammer aus dem Schloss Mittersill von der Universitätsbibliothek erworben.

 

 

Abbildungen:

WIII36vd.jpg (480395 Byte)

Vorderdeckel

WIII36(1).jpg (254274 Byte)

a2 recto (oben)

WIII36(2).jpg (310276 Byte)

a2 recto (unten)

 

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© Beatrix Koll, April 2004