Universitätsbibliothek Salzburg

W III 330

Bibel, dt.; Nürnberg, Anton Koberger 1483

Anton Koberger begann 1470 in Nürnberg zu drucken, seine Offizin zählt zu den produktivsten Druckereien der Inkunabelzeit: Bis zum Ende des Jahres 1500 erschienen etwa 250 Titel. Die Universitätsbibliothek Salzburg besitzt 60 Wiegendrucke aus Kobergers Offizin, darunter drei Exemplare seines Hauptwerkes, der Schedelschen Weltchronik. 

Das Salzburger Exemplar der 1483 gedruckten neunten deutschen Bibel hat ein bewegtes Schicksal hinter sich: Während des Zweiten Weltkrieges war es zunächst in einem Stollen des Salzbergwerkes Hallein ausgelagert worden und dann spurlos verschwunden. Der erste Band des illuminierten und mit zahlreichen kolorierten Holzschnitten geschmückten Wiegendrucks mit dem Eigentumsstempel "Studienbibliothek Salzburg" war im Herbst 1996 überraschend bei der Österreichischen Botschaft in Washington abgegeben worden. Nach einem monatelangen Tauziehen konnte die Bibel, die nachweislich schon seit 1803 im Besitz der damaligen Universitätsbibliothek Salzburg war, dann im Außenministerium in Wien abgeholt werden. Auf die Rückkehr des zweiten Bandes kann nur gehofft werden.

Abbildungen:


WIII330(7).jpg (160820 Byte)

Schöpfungsbild, übernommen aus der Kölner Bibel aus 1478. Der Holzschnitt zeigt die Erde noch als Scheibe, die im Urozean schwimmt. Darüber spannt sich das Firmament mit Sonne, Mond und Sternen. Im Himmel beten die 24 Ältesten (vgl. Apok. 4,4) zu Gott. Im Inneren der Scheibe ist die Erschaffung Evas aus der Rippe Adams dargestellt.

WIII330(3).jpg (116335 Byte)

Arche Noah (Gen. 6,1-8,22)

WIII330(4).jpg (101627 Byte)

Exodus 15,20: Die Prophetin Mirjam, die Schwester Aarons, nahm die Paule in die Hand, und alle Frauen zogen mit Paukenschlag und Tanz hinter ihr her.

WIII330(5).jpg (111283 Byte)

Samson zerreißt den Löwen mit bloßen Händen (Ri 14,5-9)

WIII330(6).jpg (120606 Byte)

David und Goliat (1. Sam. 17,1-58)

WIII330(1).jpg (58260 Byte)

David und Batseba (2. Sam. 11,1-27)

WIII330(2).jpg (120794 Byte)

Judit und Holofernes (Jdt. 13,1-10)

         zurück