Universitätsbibliothek Salzburg

W II 97

HERODOTUS

IV.4.H.91. · Papier · 285 x 205 · Venedig, Jacobus Rubeus, 1474

Inhalt: Herodotus: Historiae. Hain 8469, GW 12321.

Ausstattung: Rote und blaue Perllombarden, zu Beginn des jeweiligen Buches Fleuronnée-Initialen: Buchstabenkörper blau oder rot mit Fleuronnée in Grün, Braunrosa und Rot, großteils mit floralen Verzierungen im Binnengrund. Ob es sich um Arbeit von Ulrich Schreier handelt, scheint eher zweifelhaft.

Einband: Spätgotischer Einband, möglicherweise von Ulrich Schreier, um 1480. VD und HD (Abb. unten) gleich: Braunes Leder über Holz mit Streicheisen und Einzelstempeln. Streicheisenlinien bilden Rahmen und Mittelfeld, der Rahmen gefüllt mit rechteckigem Laubstab; das Mittelfeld wird von Diagonalbändern asymetrisch in Rautenfelder unterteilt, die Diagonalbänder sind gefüllt mit 6blättrigen Blüten, an den Kreuzungspunkten je eine 5blättrige Blüte (Laurin, Gruppe II, Nr. 4); in den Freifeldern bilden Kopfstempel zusammen mit Streicheisenlinien ein Blattmuster, im Zentrum je ein 6blättriger Rosettenstempel. Auf dem VD 2 Schließenbeschläge. Auf dem HD 2 Schließenbeschläge, Bänder abgerissen. R mit 2 Doppelbünden, Leder mit Kopfstempeln und Laubstab verziert. Auf dem Kopf Titelschildchen (17. Jh.), auf dem Schwanz alte Signatur HiP 78. Gelber Schnitt, unten Schnitt mit Titel Herodotus. Vergleichbar ist der Einband von W II 57.

Geschichte: Die Inkunabel stammt aus der Fürstpropstei Berchtesgaden, der Besitzereintrag des 17. Jh. befindet sich auf 1r Imperialis ecclesie Berchtolsgadensis Can. Reg. 1665. Der Einband von W II 97 kann ebenso wenig wie der von W II 57 eindeutig Schreier zugeordnet werden. Die asymetische Anordnung der Rautenfelder auf dem Einband und die Verwendung von einem Stempel Schreiers (Laurin, Gruppe II, Nr. 4) sprechen allerdings für eine Zuordnung zur Werkstatt des Salzburger Buchkünstlers.

 

 

Abbildungen:

WII97vd.jpg (442352 Byte)

Vorderdeckel

WII97(1).jpg (229448 Byte)

Lib. II

 

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© Beatrix Koll, Mai 2004