Universitätsbibliothek Salzburg

W II 397

Bernhard von Breydenbach: Peregrinatio in terram sanctam; Mainz, E. Reuwich 1486

Bernhard von Breydenbach (ca. 1440-1497) war Domherr in Mainz, er begleitete Graf Johannes von Solms und dessen Lehensmann und Beschützer, Ritter Philipp von Bicken, zusammen mit dem Zeichner und Drucker Erhard Reuwich aus Utrecht auf einer Pilgerreise nach Jerusalem. Die gedruckte Reisebeschreibung erschien unter Breydenbachs Namen in vielen europäischen Sprachen, das Salzburger Exemplar gehört zu der zuerst im Jahr 1486 bei Erhard Reuwich in Mainz gedruckten Ausgabe. Zahlreiche Holzschnitte, die nach den auf der Reise angefertigten Skizzen von Städten, Inseln, Menschen und Tieren angefertigt wurden, machen dieses Buch zu einer Kostbarkeit. Reuwichs Druckgraphiken dienten als Vorbilder für den "Liber chronicarum" des Hartmann Schedel.

Der Salzburger Codex stammt aus dem Besitz des Salzburger Erzbischofs Michael von Kuenburg (1554-1560).

Abbildungen:


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Stadtansicht von Venedig (Ausschnitt: Markuskirche und Dogenpalast). Nicht zuletzt wegen seiner querformatigen, überlangen Stadt- und Landschaftspanoramen von Venedig, Rhodos, Kreta und anderen Orten, für die mehrere Holzschnittblätter aneinander geklebt und gefaltet werden mussten, ist das Werk Breydenbachs eine besondere Attraktion.

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Stadtansicht von Jerusalem (Ausschnitt: Templum domini = Felsendom und Templum Salomonis = Al-aqsa Moschee). Seit dem 7. Jh. befanden sich auf dem Tempelplatz zwei bedeutende Bauwerke: Der Felsendom und die Al-aqsa-Moschee.

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Grabeskirche in Jerusalem. Breydenbach gibt eine detaillierte Beschreibung des Inneren und Äußeren der Grabeskirche, des Kalvarienbergs und der Stationen des Kreuzweges.

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Links abgebildet ist die Tracht eines indischen Priesters, rechts die Kleidung eines weltlichen Inders.

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Weibliche und männliche Tracht der Sarazenen. Auch der Ganzkörperschleier, die Burka, ist zu sehen.

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Treuherzig wird in der Bildlegende versichert, dass alle Tiere "veraciter" (also wahrheitsgemäß) "sicut vidimus in terra sancta" (wie wir sie im Heiligen Land gesehen haben) gezeichnet wurden. Wobei der moderne Betrachter spätestens beim Einhorn (das im Mittelalter Symbol für Christus war) ins Grübeln verfällt ... beim affenähnlichen Wesen wird wenigstens zugegeben, dass dessen Name nicht bekannt sei.

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