Universitätsbibliothek Salzburg

M III 13

IOHANNES ANDREAE

V.1.A.13. · Papier · 214 Bl. · (408-411) x (284-290) · Süddeutschland (?), letztes Viertel 14. Jh.

B: Wasserzeichen: Rad, Birne. Lagen: VI11 + 11.V121 + (V-3)128 + 7.VI213; Lagenzählung i - xx, jeweils am Lagenbeginn und -ende. Reklamanten, großteils mit Masken und Grotesken in Federzeichnung. Alte, etwa zeitgleiche Foliierung 1-210, zählt das erste Bl. nicht. Papierspiegel mit Textfragment. Vor- und Nachsatzblatt aus Pergament.

S: Schriftraum zweispaltig, nur 1ra-1vd vierspaltig: (300-304) x (191-203), Schriftraum mit Tinte und Stift gerahmt, Zeilenzahl wechselt. 1ra-128ra Textualis aus dem letzten Viertel des 14. Jh. von einer (?) Hand mit wechselndem Duktus und zunehmend kursiven Elementen. 128ra-209vb Bastarda aus dem letzten Viertel des 14. Jh. von 4 Händen: 1) 128ra-133rb. 2) 133va-188vb. 3) 189ra-196ra. 4) 196ra-209vb. Eine jüngere Hand (15. Jh.) schrieb die Rubriken 1*ra-1*vd, von ihr stammen auch die Rubriken in M III 17 und M III 32.

A: Rote Auszeichnungsstriche, Paragraphen, Unterstreichungen, Überschriften, 2-3zeilige (Perl-)Lombarden. 3ra Deckfarbeninitiale E über 5 Zeilen (siehe Abb.): Buchstabenkörper schwarz mit dunkelgrünen Blattornamenten und Weißmalerei, Binnengrund aus poliertem Gold, Zwickel silbern (nachgedunkelt), eingeschrieben in einen roten Rahmen mit weiß-schwarzer Leiste; oberhalb des Buchstaben blattartige Ornamente in Dunkelgrün, Rot und Weiß; am linken Blattrand ein Ausläufer in Dunkelgrün, Rot und Silber mit Weißmalerei. Nachfolge des Randleistenstils.

E: Spätgotischer schmuckloser Einband (15. Jh.): Braunes Leder (abgestoßen und zerrissen) über Holz. Am VD 2 von 4 Schließenbeschlägen erhalten, am HD fehlen 4 Schließenbeschläge mit Schließen. Auf dem VD fehlen alle 5 Buckel, auf dem HD sind noch 2 erhalten. Untere Stehkanten mit Messingbeschlägen. Auf VD und HD jeweils der Buchstabe S aufgemalt. R mit 4 Doppelbünden; am Schwanz altes Signaturenschildchen der Chiemseer Bibliothek nur mehr in Resten vorhanden. Oberer Schnitt mit Titel. Die Einbandgestaltung stimmt weitestgehend mit der von M III 17 und M III 32 überein.

G: Die Handschrift stammt aus der Bibliothek der Bischöfe von Chiemsee (siehe Titelschildchen auf dem R). Alte Signatur auf der Leerseite des Vorsatzblattes V.1.A.13. Der dazu gehörende erste Band befindet sich unter der Signatur M III 32 in der Handschriftensammlung, der dritte in M III 17.

L: Hans Tietze, Die illuminierten Handschriften in Salzburg (Beschreibendes Verzeichnis der illuminierten Handschriften in Österreich 2 = Publikationen des Institutes für Österreichische Geschichtsforschung). Leipzig 1905, 54 Nr. 44. - Mitteleuropäische Schulen II (ca. 1350-1410): Österreich - Deutschland - Schweiz. Bearb. von Andreas Fingernagel, Katharina Hranitzky, Veronika Pirker-Aurenhammer, Martin Roland u. Friedrich Simader. Textbd., Tafel- u. Registerbd. (Österreichische Akademie der Wissenschaften, phil.-hist. Klasse, Denkschriften 305 = Veröffentlichungen der Kommission für Schrift- und Buchwesen des Mittelalters I,11). Wien 2002, S. 131.

 

 

(Spiegel-VD/HD) JURISTISCHER KOMMENTAR, Fragm. (vgl. M III 32)

Papier. - Schriftraum 310 x 130, 94 bzw. 86 Zeilen. Gotische Minuskel des 14. Jh. mit kursiven Elementen.

 

(Vorsatzblatt) URKUNDE.

Pergament, oben und am rechten Rand abgeschnitten (Textverlust).

Inc.mut.: ... tenorem hic digne[...] habere [p..]sufficiet expresso plenius continetur ...

Genannt sind u.a.: Magister Iacobus de Subinago (?), Udalricus Rabenstayner, Marcus Schopan, Iohannes Gleczel, Fredericus Gralant, Stephanus Plumpnawer, Iohannes Tilman, Iohannes Greczinger, Henricus dictus Niger, Diözese Veszprim in Ungarn.

 

(1*ra-1*vd) Rubriken zum folgenden Werk.

 

(1ra-209vb) IOHANNES ANDREAE: Novella in secundum librum decretalium.

Inc.: Expeditis preparatoriis iudiciorum ad iudicia veniamus ... Expl.: ... quod ipse dei filius sue matris devote participare dignetur. Amen. Sch.: Explicit novella domini Johannis Andree super secundo libro decretalium etc.

Der erste Teil befindet sich in M III 32, der dritte in M III 17.

(210ra-213*vb) unbeschrieben.

 

(Nachsatzblatt) URKUNDE aus 1393.

Pergament, am rechten Rand und unten abgeschnitten (Textverlust).

Inc.: Venerabili et circumspecto viro domino Johanni Trevor utriusque iuris doctori canonico [...] ... And(reas) canonicus ecclesie sancti Stephani alias omnium sanctorum Wienne ad Romanam ecclesiam ... ecclesie parochialis in Gredwino Salczburgensis diocesis executor ...

Genannt sind: Gregorius Ladislaus rector parochialis ecclesiae sanctae Mariae Magdalenae in novo Monte Pestiensis Vesprimiensis dioecesis (Neuberg, Pest und Veszprim in Ungarn), Nicolaus rector parochialis ecclesiae, Johannes de Holdenveld clericus, Gundakerus dictus Aspekch clericus Pataviensis dioecesis, Petrus Maingaiz de Stubnikch Salczeburgensis dioecesis clericus, Michael Liechtmair de Muldorff clericus Salzburgensis dioecesis, Johannes Schirmer, Johannes Sinderami de Heilgenstad clericus Maguntiensis dioecesis publicus notarius, Geistliche der Diözesen Passau, Salzburg und Bamberg. - Vgl. M II 311, Falzverstärkungen.

 

 

Abbildung:


 

MIII13.jpg (345959 Byte)

 

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© Beatrix Koll, Februar 2003