Universitätsbibliothek Salzburg

M II 120

PS.THOMAS DE AQUINO

V.1.H.172. · Pergament · 202 Bl. · (248-250) x (170-175) · England, 1386

B: Helles Pergament guter Qualität, wenige Löcher. Lagen: I1 + 25.IV201 + I202; erstes und letztes Blatt als Spiegel aufgeklebt. Reklamanten. Neue Blattzählung.

S: Schriftraum einspaltig: (151-163) x (112-115), Schriftraum mit Tinte gerahmt; 16-17 Zeilen auf Tintenlinierung; Punktorium. Textualis formata aus 1386 von 1 Hand, Datierung 202v Anno domini m° ccclxxxvi°.

A: Rote Überschriften, Auszeichnungsstriche, Paragraphenzeichen, Unterstreichungen; rote und blaue Satzmajuskeln und Perllombarden über 2 Zeilen mit Fleuronnée in Rot, Blau oder Violett mit Grotesken, Fabeltieren sowie ichthyomorphen und zoomorphen Motiven auf 6v (Fabeltier, Abb. unten), 15r, 21r (Fabeltier), 28r, 34v, 41v, 47v (Fabeltier, Vogel), 54r, 60r, 66v (Fabeltier, Abb. unten), 71v (Fabeltier), 78v (Fabeltier), 84v, 91r, 97v, 104v, 110r (Hase), 115v (Fabeltier), 124r (Fabeltier, Vogel), 133r (Fabeltier, Hase, Abb. unten), 140r, 145v, 152r (Fabeltier), 158r (Fabeltier), 163v, 170v (Abb. unten), 176r (Fabeltier), 182r, 189r (Vögel, Abb. unten), 194r. - 2r Deckfarbeninitiale D über 3 Zeilen (Abbildung unten): Buchstabenkörper blau mit Weißmalerei, eingeschrieben in ein Quadrat (dunkelrosa mit Weißmalerei, goldener Rahmen); ausgehend vom Buchstabenkörper eine Vollbordüre (Deckfarben und Goldauflage) mit Dornblattmotiven, Fabeltieren und einer Maske. Englische Provenienz ist wahrscheinlich. 3v Initiale D über 2 Zeilen (Abbildung unten): Buchstabenkörper mit Blattgold ausgeführt, Hintergrund und Umrahmung zweifarbig: oben blau mit weißen Ranken, unten weinrot mit weißen Ranken, Rahmen schwarz. Fleuronnée in Rot mit einer Maske am linken Blattrand verlaufend.

E: Spätgotischer Einband: Braunes Leder (abgestoßen) über Holz mit Blindstempelverzierung. VD und HD gleich (Abbildung des HD): Doppelte Streicheisenlinien bilden ein Rahmenfeld, oben und unten gefüllt mit rechteckigen Stempeln mit Drachen, links und rechts gefüllt mit rechteckigen Stempeln mit Vierblattblüten, das Mittelfeld wird von Streicheisenlinien in 6 vertikale Felder eingeteilt. Die äußeren Felder sind gefüllt mit rechteckigen Stempeln (Engel?), dann abwechselnd je eine Reihe mit steigendem Adler im Vierpass bzw. mit steigendem Löwen im Vierpass. 5 Buckel, 2 Messingbeschläge (Vierblatt) mit Messingdornen. Auf dem HD 4 von 5 Buckeln erhalten, 2 Schließenbeschläge in Form eines Wappenschildes (siehe Abbildung), Schließenbänder abgerissen. R (1922 restauriert) mit 5 Doppelbünden, ursprünglich mit gelbgrauer Ölfarbe überstrichen, d.h. der Codex stammt aus der erzbischöflichen Hofbibliothek. Schnitt mit rotem Gittermuster verziert, in den Freifeldern Vier- und Sechsblattblüten, unterer Schnitt zusätzlich schwarz gefärbt.

G: Die Handschrift lässt sich auf Grund des Buchschmucks und des Einbandes nach England lokalisieren. Wie sie in die erzbischöfliche Hofbibliothek gelangte, lässt sich nicht mehr feststellen.

L: Vgl. in der Bibliographie zu österreichischen Handschriften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (die Literaturangabe "Laurin 1962" bezieht sich nicht auf die Handschrift M II 120, sondern auf die Inkunabel W II 120). Vergleichsbeispiele in: Lucy Freeman Sandler, Gothic manuscripts. 1285-1385 (1986), S. 163-167; besonderer Dank sei an dieser Stelle Dr. Martin Roland (Österreichische Akademie der Wissenschaften) und Dr. Holly James-Maddocks (British Library) ausgesprochen, die wertvolle Hinweise zur Lokalisierung der Handschrift gaben. - Beatrix Koll, Farbenpracht auf Pergament. Gotische Handschriften für die Salzburger Erzbischöfe an der Universitätsbibliothek Salzburg. Katalog zur Ausstellung der Universitätsbibliothek und des Dommuseums im DomQuartier Salzburg vom 14. November 2015 bis zum 6. Januar 2016. Luzern 2015, S. 28-29. -  - Franziska Amirov, Jüdisch-christliche Buchmalerei im Spätmittelalter. Aschkenasische Haggadah-Handschriften aus Süddeutschland und Norditalien. Berlin 2018, S. 185-186.

 

(Spiegel-VD) Alte Signaturen III.1.G., 13, 301, V.1.H.172.

(1r-1v) unbeschrieben, nur Titel (17./18. Jh.) auf 1v.

 

(2r-202v) PS.THOMAS DE AQUINO: Sermones de corpore Christi; auch ALBERTUS MAGNUS zugeschrieben (Schneyer REP V, 608ff, Nr. 412-444).

Üb.: Modus procedendi in sermones de sacramento corporis Christi. Expl.: ... est fruicio omnium bonorum ad que nos perducere dignetur Ihesus Christus dominus noster. Amen. Sch.: Anno domini m° ccclxxxvi° (1386).

Auch in M II 165, 318v.

 

 

Abbildungen: 


 

MII120(1).jpg (356981 Byte) 2r MII120(1a).jpg (284417 Byte) 3v

MII120(6v).jpg (395050 Byte) 6v

MII120(2).jpg (150325 Byte) 66v

MII120(133r).jpg (329241 Byte) 133r MII120(3).jpg (174549 Byte) 170v MII120(189r).jpg (338375 Byte) 189r 202v

 

 

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