Universitätsbibliothek Salzburg

M III 30

LECTURA SUPER PRIMA PARTE CODICIS

V.1.B.31. · Papier · 243 Bl. · (395-398) x (285-290) · Bayern (?), 1471

B: Die letzten drei Blättern eingerissen und zerknittert, Papier z.T. gebräunt. Brandschäden auf fol. 62 und 67 (Textverlust), die noch vor der Bindung der Lagen entstanden sein müssen. Wasserzeichen: Blume (auch in M III 14 und M III 15). Lagen: (VI-1)11 + 4.V51 + (V-3)58 + (VI-3)67 + 16.V227 + IV235 + (V-2)243; Reklamanten. Neue Foliierung.

S: Schriftraum zweispaltig: (265-270) x (167-182), Schriftraum mit Stift gerahmt, Zeilenzahl wechselt. Bastarda aus 1471 von 2 Händen: 1) 2ra-35rb, 35vb-40va, 41ra-60vb, 62ra-62va, 68ra-110ra, 111ra-142va, 143va-159ra, 188ra-243vb, mit ausgesprochen kursivem Duktus. Datierung 86r: ... die lune post Dorothee anno lxxi° etc. Nachtrag aus 1474 auf fol. 96ra-rb: ... collectus anno millesimo quadringentesimo lxxii ... in studio Ingolstatensi ... occupaverat missam dux Burgundie ... ab Septembri anni lxxiiii ... Item eodem anno die Mercurii festum sancte crucis frater meus Wolfgangus ingressus est curiam ... et ego unacum fratre meo Iohanne  ... 2) 35rb-35vb, 40va-41ra, 62ra, 62va-67vb, 110ra-110vb, 142va-143rb, 156va, 159ra-186ra. Marginalien von den gleichen Händen. Beide Hände schrieben auch in M III 14 und M III 15.

A: Rote Unterstreichungen, Paragraphen, Lombarden. 2ra 4zeilige rote Lombarde mit Christuskopf und dem Schriftzug Iesus im Binnenfeld.

E: Halbledereinband des 16. Jh. mit Stempelverzierung: Weißes Leder über Holz mit Streicheisenlinien und Einzelstempeln; Leder ursprünglich mit Nägeln am Holz fixiert. Vom HD fehlt die Hälfte. VD: Streicheisenlinien bilden ein Rahmen- und ein Mittelfeld, Rahmenfeld mit Stempelblüte gefüllt, Mittelfeld mit kleiner sechsblättriger Rosette und Stempelblüte. 2 verzierte Schließenbeschläge, auf den Holzdeckel ist der Titel aufgemalt Lec. super prima parte Codicis; darunter sexagesimus primus (vgl. Sigle G). HD: Streicheisenlinien bilden ein Rautenmuster, in den Binnenfeldern Einzelstempel: vierblättrige Rosette (P. Wind: Die verzierten Einbände der Handschriften der Erzabtei St. Peter zu Salzburg bis 1600. Wien 1982, Nr. 126: Freising), kleine sechsblättrige Rosette, gerahmter rhombenförmiger Stempel mit floralem Motiv. R mit 4 Bünden, am Kopf Titelschildchen abgelöst, im unteren Drittel Bibliotheksschildchen B.Ch., am Schwanz alte Chiemseer Signatur 158. Unterer Schnitt mit Titel Lec. super prima parte codicis. 61.

G: Die Handschrift stammt aus der Bibliothek der Bischöfe von Chiemsee, vgl. Signatur- und Bibliotheksschildchen auf dem Rücken. Bildet mit M III 14  und M III 15 eine Einheit. Die auf den VD geschriebene Zahl 61 bezieht sich vielleicht wie die bei M III 14 (56) und M III 15 (62) sowie bei M III 37 (34) vermerkten Zahlen auf die Bandzählung innerhalb der Bibliothek. Alte Signatur V.1.B.31. auf 1r. - Wo die Handschriften M III 14, M III 15 und M III 30 in den Jahren 1471-1472 geschrieben wurden, ist nicht restlos zu klären: Alle drei weisen den Charakter von Vorlesungsmitschriften auf, in M III 30 ist auf 86ra ein Ambrosius preceptor genannt; die Codices sind also wohl im universitären Umfeld anzusiedeln. Die in M III 30 auf fol. 96rb genannte Universität Ingolstadt kommt als Entstehungsort nicht in Frage, da sie erst 1472 gegründet wurde. Das Stempelmaterial des Einbandes von M III 30 weist nach Freising.

L: Gero Dolezalek, Verzeichnis der Handschriften zum römischen Recht bis 1600. 4 Bde. Frankfurt am Main 1972.

 

 

(1r-1v) unbeschrieben, lediglich alte Signatur und Titel auf 1r.

 

(2ra-243vb) AMBROSIUS (?): Lectura super prima parte Codicis.

Inc.: De summa trinitate et fide catholica ... Glossa rubrice dividitur in tres partes p[...] tres ponit continuaciones ... Expl.: ... ut statim supra dixi. Sequitur l. mater.

58v, 61r-61v, 86rb, 137r, 186rb-187vb, 235vb und 238va unbeschrieben.

Die Autorzuweisung ist sehr vage und beruht auf einer Notiz des Schreibers auf fol. 86r.: ... sequitur nunc utilis titulus quem incepit dominus Ambrosius praeceptor meus ... anno lxxi°.

 

 

 

 

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© Universitätsbibliothek Salzburg, Februar 2003