Universitätsbibliothek Salzburg

M III 22

Missale Romanum

V.1.B.22 · Papier, Pergament · 99 Bl. · (361-363) x (277-280) · Salzburg, 1. Hälfte 16. Jh.

B: Papier stockfleckig, Verbräunungen durch Tintenfraß. Für den Kanon 50r-55v wurde Pergament guter Qualität verwendet. Wasserzeichen: Anker im Kreis mit 6zackigem Stern (2). Lagen: I1 + 8.III49 + (III-1)54 + 7.III96 + II99; erstes und letztes Bl. als Spiegel aufgeklebt. Kanonbild herausgeschnitten.

S: Schriftraum zweispaltig, nur Kanon 50r-55v einspaltig: (253-257) x (202-206), Kanon 267 x 202; Schriftraumbegrenzung und Zeilenlinierung im Kanon mit roter Tinte, restliche Zeilenlinierung mit Stift; 24 Zeilen für den Haupttext, Kanon mit größerer Schrift (19 Zeilen); Haupttext in Textura mit Elementen der Rotunda aus der 1. Hälfte des 16. Jh. von 1 Hand. Tintenfraß fol. 42-47, 69, 78.

A: Rote Überschriften, Auszeichnungsstriche, Satzmajuskeln, Kreuzzeichen im Kanon, Rahmung des Schriftraums, Zeilenlinierung im Kanon; rote und blaue Perllombarden, meist über 2-3 Zeilen. Rote Cadelle über 4 Zeilen auf dem Spiegel des VD, über 5 Zeilen auf 3ra. 3ra Ad-te-levavi-Initiale über 5 Zeilen: Blaue Perllombarde mit roten Ornamenten im Binnenfeld; 3rb grüne Perllombarde F mit Besatzornamenten über 3 Zeilen; 4rb blaue Perllombarde P mit rotem Fleuronnée im Binnenfeld über 4 Zeilen; 6ra grüne Perllombarde F mit schwarzem Fleuronnée über 3 Zeilen; 22ra rote Perllombarde mit weinrotem Fleuronnée über 4 Zeilen; 26rb und 35rb blaue Perllombarde mit rotem Fleuronnée über 3 Zeilen; 50va rote Perllombarde mit blauem Fleuronnée über 2 Zeilen; 51v rote Perllombarde mit blauem Fleuronnée über 3 Zeilen; 78va rote Perllombarde mit blauem Fleuronnée über 4 Zeilen. 50r Te-Igitur-Initiale in Deckfarbenmalerei: Ockerfarbener Buchstabenkörper mit Blattornamenten vor blauem Hintergrund mit feinem, ockerfarbenen Rankenwerk. Rahmen dreifarbig in Gold, Weinrot und Zinnoberrot. Schriftraum oben, rechts und unten mit Blumenmotiven verziert: Maiglöckchen, Kornblume, Nelke, Veilchen, Rose, Akelei, unten Akanthusblätter. 54v Kussbild: Christuskopf mit Dornenkrone. Kanonbild (vor fol. 50) fehlt.

E: Renaissance-Einband: Braunes Leder (abgestoßen, zerrissen) über Holz mit Streicheisen-, Rollen- und Stempelverzierungen (Werkstatt St. Peter IV, Ende 15. Jh. bis 1550). VD: Dreifache Streicheisenlinien bilden 3 konzentrische Rahmenfelder und 1 großes Mittelfeld. Das äußere und innere Rahmenfeld gefüllt mit Blütenrolle (Peter Wind, Die verzierten Einbände der Handschriften der Erzabtei St Peter zu Salzburg bis 1600. Wien 1982, Rolle Nr. 27), das mittlere mit 5blättriger Rosette; das Mittelfeld gefüllt mit dicht aneinander gesetzten rautenförmigen Blütenstempeln (Wind Nr. 95). 2 Schließenbeschläge mit Doppelvogelkopf. HD: Dreifache Streicheisenlinien bilden 3 konzentrische Rahmenfelder und 1 großes Mittelfeld. Das äußere und innere Rahmenfeld gefüllt mit Blütenrolle (Peter Wind, Die verzierten Einbände der Handschriften der Erzabtei St Peter zu Salzburg bis 1600. Wien 1982, Rolle Nr. 27), das mittlere mit Blattstempel (Wind Nr. 45); Mittelfeld mit Streicheisenlinien rautenförmig unterteilt, Freifelder mit Kopfstempeln und 5blättriger Rosette gefüllt. 2 Schließenbeschläge mit Schließen (Doppelvogelkopf). R mit 4 Doppelbünden, mit gelbgrauer Ölfarbe überstrichen, Leder aufgerissen; am Schwanz alte Signatur der erzbischöflichen Hofbibliothek C.11.B.A.S. Signakel. Gelenk des VD gebrochen.

G: Die Handschrift stammt aus der erzbischöflichen Hofbibliothek. Auf dem Spiegel des VD alte Signaturen der Studienbibliothek Salzburg. Im Dezember 1921 von H. Deisenberger restauriert.

L: Hans Tietze, Die illuminierten Handschriften in Salzburg (Beschreibendes Verzeichnis der illuminierten Handschriften in Österreich 2 = Publikationen des Institutes für Österreichische Geschichtsforschung). Leipzig 1905, 58 Nr.50 (datiert die Handschrift ins 13./14. Jh.). Ernst Frisch datiert die Handschrift "nach 1600".

 

(Spiegel-VD) ORATIO. Inc.: Et nos fideles tuos unacum universali ecclesia catholica ab omni adversitate ... Alte Signaturen III.2.C., 152, V.1.B.22., N. 35, 88.

(1r-2v) unbeschrieben.

 

(3ra-92ra) MISSALE ROMANUM (FESTIVUM).

Üb.: Incipit ordo missalis secundum consuetudinem ecclesie Romane. Dominica prima in adventu ad missam Introitus.

(3ra-16ra) Proprium de tempore vom 1. Adventsonntag bis zum 27.12. (S. Johannes), (16ra-38rb) 1. Fastensonntag bis Gründonnerstag. (38ra-38vb) Canon minor. (38vb-43va) 12 Präfationen: Nat. dni (mit Communicantes), Epiphania (mit Communicantes), Quadragesima, De s. cruce, Pascha (mit Communicantes, Hanc igitur), Ascensio dni, Pentecoste (mit Communicantes), Pentecoste (mit Communicantes, Hanc igitur), De apostolis, De BMV, De s. trinitate, Cottidiana praefatio. (43va-44vb) Gloria, Credo. (44vb-47va) Missa pro defunctis. (47vb-49vb ) unbeschrieben.

(50r-55v) KANON. (50v-53v) Te igitur bis Doxologie. (53v-54v) Pater noster, Libera, Pax domini, Agnus dei. (54v-55r) Gebete. (55r-55v) Gebete zur Perceptio corporis et sanguinisis.

(56ra-70rb) Proprium de tempore vom Ostermontag bis zum 5. Sonntag nach Ostern. (70rb) Oktav vor Christi Auferstehung. (71vb) Philippus et Iacobus. (73rb-78va) Pfingstoktav. (78va) Nat. Joh. bapt. (80ra) Trinitas. (82ra) Visitatio BMV. (84rb) Laurentius. (85vb) Andreas. (87vb) Conceptio BMV. (90va) De veneratione BMV a pascha usque ad pentecosten.

(92rb-99vb) unbeschrieben.

 

Abbildungen:

3r

50r

54v

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