Universitätsbibliothek Salzburg

M III 2

GUIDO DE BAYSIO

V.1.A.2. · Pergament · 330 Bl. · (430-436) x (260-262) ·  Bologna, 2. Hälfte 14. Jh.

B: Helles Pergament sehr guter Qualität, leicht wellig. Lagen: I2 + 4.V42 + I44 + 2.V64 + III70 + V80 + IV88 + II92 + 3.V122 + IV130+ 2.V150+ 2.IV166 + 11.V276+ III282+ 4.V322 + IV330; erstes und letztes Blatt als Spiegel auf VD bzw. HD geklebt. Lagenzählung ab 43r e, f, ... bis y (die einzelnen Lagenblätter sind mit roten oder blauen Strichen markiert oder mit Buchstaben gezählt), von 197r-226v meist nur mit einzelnen Strichen gekennzeichnet, ab 227r 1, 2, ... bis 7, ab 283r [A, B, ...] bis G (am Anfang Lagenzählung abgeschnitten). Reklamanten. Neue Blattzählung.

S: Schriftraum zweispaltig: (325-327) x (180-187), 80-81 Zeilen auf Stift- und Blindlinierung. Textualis formata italienischer Provenienz aus der 2. Hälfte des 14. Jh. von 6 Händen: 1) 3ra-32vb. 2) 33ra-44vb. 3) 45ra-64rb, 247ra-326va. 4) 69va-91rb, 123ra-166vb. 5) 93ra-122vb. 6) 167ra-246vb. Pecienvermerke.

A:  Rote und blaue Paragraphen im Wechsel, rote und blaue meist 2zeilige (Perl-)Lombarden mit Fleuronnée in Rot, Blau oder Violett, Kapitelzählung am Blattrand mit roten und blauen Zahlzeichen im Wechsel. Zahlreiche Deckfarbeninitialen jeweils am Beginn größerer Absätze: Buchstabenkörper rosa oder grau mit weißen Zierlinien; Initialgrund überwiegend Azurblau, oft mit figürlichen Darstellungen im Binnengrund (Bildeinschluss-Initiale), Außengrund golden mit schwarzer Umrahmung; Rankenausläufer mit Halbpalmetten und lappigen Blattformen in Rot, Rosa, Grün, Blau und Braun. Dazu viele Zeige- oder Tragefiguren (siehe Abb. 10va, 16va, 33va, 36va, 191rb, 226va), meist Kleriker und Laien (oft in Rüstung dargestellt) im Wechsel. Historisierte Deckfarbeninitialen über 7-13 Zeilen jeweils am Kapitelbeginn (siehe Abb. 226vb): Farben und Ausführung wie bei den kleineren Initialen. - Miniaturen: 3r Deckfarbenminiatur in Schriftraumbreite (siehe Abb.): Szene zweigeteilt: Links Widmungsbild, der Papst nimmt von den vor ihm knienden Klerikern (Dominikaner und Franziskaner) das Werk entgegen, im Hintergrund 2 Kardinäle, 2 Mönche und 2 Laien, recht davon der Doge von Venedig mit Schriftrolle. Architekturmotive in Grün und Blaugrau, polierter Goldgrund. Rechts Lehrszene, ein Kleriker (Guido de Baysio?) unterrichtet Geistliche und Laien, am Fuß der Lehrkanzel ein Franziskaner, vielleicht Darstellung des Alvarus Pelagius, der ein Schüler Guidos war. Architekturmotive in Grün, Blaugrau und Braun, brauner Hintergrund mit Goldornamenten. 3ra (siehe Abb.) Deckfarbeninitiale R über 9 Zeilen: Buchstabenkörper rosa, Binnengrund blau mit weißen Zierlinien, Außengrund poliertes Gold mit schwarzer Umrahmung; Halbpalmetten als Ausläufer; im Binnengrund figurale Darstellung. Im Intercolumnium ein blaues Band mit weißen Zierlinien und roter Umrahmung, darin 7 Aussparungen in Form eines Sternes bzw. einer Mandorla, gefüllt mit Brustbildern (Darstellungen bärtiger und bartloser Männer) auf Goldgrund; am unteren Blattrand Blattranken in Rot, Blau, Grau, Rosa und Grün, dazwischen Goldpunkte. Am linken und am rechten Blattrand je 2 Rankenkletterer. - 93ra Deckfarbenminiatur in Kolumnenbreite (siehe Abb.): Links der Papst thronend, vor ihm Kleriker und Laien; Architekturmotive in Grün und Braun, Goldgrund. Blattranken am oberen Blattrand in Rosa, Grün, Rot und Blau, Goldpunkte. Darunter Deckfarbeninitiale Q über 9 Zeilen: Buchstabenkörper rosa, Binnengrund blau mit weißen Zierlinien, Außengrund poliertes Gold mit schwarzer Umrahmung; im Binnengrund Zeigefigur; am linken Blattrand Rankenkletterer. 93r am unteren Blattrand (siehe Abb.): 2 Medaillons, ausgeführt in Deckfarbenmalerei, Darstellung der Apostel Petrus und Paulus. Linkes Medaillon mit braunem Rand, außen Blattornamente in Rot, Blau und Rosa; im Binnengrund Darstellung des Apostel Petrus mit Schlüssel und Buch auf azurblauem Grund mit weißen Zierlinien. Rechtes Medaillon mit grünem Rand, außen Blattornamente in Rot, Blau und Rosa; im Binnengrund Darstellung des Apostel Paulus mit Schwert und Buch auf azurblauem Grund mit weißen Zierlinien. Zwischen den Medaillons Goldpunkte. 305vb Deckfarbenminiatur in Kolumnenbreite: Szene zweigeteilt, links ein Bischof, die Messe zelebrierend, rechts die kniende Gemeinde; architektonischer Rahmen in Rosa, Binnengrund blau und aus poliertem Gold.

E: Ursprünglich spätgotischer schmuckloser Einband des 15. Jh., 1922 restauriert: Helles Wildleder (vollständig erneuert) über Holz. Am VD 2 Schließenbeschläge, Titelschildchen Archidyaconus super decretalium unter Hornplättchen mit Metallrahmen. Am HD 2 Schließenbänder, von 2 Messingklampen fehlt eine. 2 Signakel. R mit 5 Doppelbünden.

G: Dieser Codex befand sich vermutlich ursprünglich in der Bibliothek des Salzburger Domkapitels (vgl. MBKÖ  4, S. 47, Nr. 330 von Holveld). Alte Signatur auf dem Spiegel des VD V.1.A.2.

L: Vgl. in der Bibliographie zu österreichischen Handschriften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. - Giovanni Murano, Manoscritti prodotti per exemplar e pecia conservati nelle biblioteche austriache. Wien 2003, S. 115.

 

(1v-2v) unbeschrieben, lediglich alte Signatur V.1.A.2. auf 1v. Das erste Bl. ist als Spiegel auf den VD geklebt.

 

(3ra-326va) GUIDO DE BAYSIO: Rosarium decretorum (Zur Kollationierung verwendet: GW 3747).

Inc.: Reverendo in Christo patri suo domino Gerardo dei gracia episcopo Sabinensi ... Expl.: ... est servus speciali d.

(3ra-91rb) Pars I. (91vb-92vb) unbeschrieben. (93ra-282rb) Pars II. (282v) unbeschrieben. (283ra-326va) Pars III.

 

(326vb-330r) unbeschrieben. Letztes Bl. als Spiegel auf HD geklebt.

 

 

Abbildungen: 


 

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3r

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3r (Detail)

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93ra

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93r

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10va

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16va

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33va

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34vb

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36va

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191rb

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226va

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226vb

 

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© Beatrix Koll, Jänner 2003