Universitätsbibliothek Salzburg

M I 140

PARIS DE GRASSIS

V.1.I.S.273. · Papier · 35 Bl. · 217 x 162 · Rom (?), zw. 1512 und 1519

B: Bindung des Buchblocks gelockert (restauriert 2015, Schutzblatt zw. Spiegel und fol. 1 eingesetzt). Wasserzeichen: Armbrust im Kreis mit sechszackigem Stern. Lagen: I1 + V11+ (VI-2)21 + V31 + (I+1)34.  Neue Foliierung, zählt erstes Bl. nicht.

S: Schriftraum einspaltig: 150 x (93-95); Schriftraum mit Stift gerahmt, 20 Zeilen auf Linierung mit verdünnter Tinte. Italienische Humanistica cursiva aus dem zweiten Jahrzehnt des 16. Jh. von einer Hand.

A: Rote Überschriften. 1r Initiale Q über 3 Zeilen (siehe Abb.): Buchstabenkörper golden, eingeschrieben in ein blaues Quadrat mit hellgrünen und goldenen Ornamenten sowie der Aufschrift PARIS im Binnenfeld. Am unteren Blattrand Wappen von Matthaeus Lang (siehe Abb.). 2r Initiale D über 2 Zeilen: Buchstabenkörper golden, eingeschrieben in ein weinrotes Quadrat mit gelben Ornamenten.

E: Renaissance-Einband: Braunes Leder über Holz mit Golddruck. Am VD fehlen 2 Schließenbeschläge, am HD sind die Schließenbänder abgerissen. VD und HD gleich (Abbildung): Streicheisenbänder bilden drei Rahmenfelder, mittleres und inneres mit Rollenstempel (Golddruck) gefüllt; Binnenfeld mit Raute, gefüllt mit Rollenstempel (Golddruck), in den Freifeldern Einzelstempel. R mit 3 Doppelbünden, mit gelbgrauer Ölfarbe überstrichen, am Schwanz alte Signatur der erzbischöflichen Hofbibliothek C.1[..]4.B.A.S. Goldschnitt mit eingeprägtem Muster ("Laufender Hund").

G: Der Codex stammt aus dem Besitz von Kardinal Matthaeus Lang (EB von Salzburg 1519-1540). Matthaeus Lang war von 1505 bis 1523 Bischof von Gurk, 1511/12 erfolgte die Ernennung zum Kardinal, zwischen 1512 und 1519 (Berufung nach Salzburg) ist auch die Entstehung der Handschrift zu setzen. Der Codex stammt also aus der Handbibliothek der Erzbischöfe, die Teil der erzbischöflichen Hofbibliothek war (vgl. alte Signatur auf dem Rücken). Alte Signaturen III.1.H., 24, V.1.J.S.2.273 auf dem Spiegel des VD. - Restauriert 2015.

L: Jörg Bölling, Das Papstzeremoniell der Renaissance. Texte - Musik - Performanz (Tradition - Reform - Innovation; Bd. 12) Frankfurt/Main 2006, S. 47-54 und 69-78 (zu Genese, Gebrauchsfunktion und Rezeption dieses Werkes; zur Hs. selbst v.a. S. 29, 48-53 und 56).

 

(Spiegel-VD) Alte Signaturen (18. Jh.) III.1.H., 24, V.1.J.S.2.273.

 

(1*r-1*v) unbeschrieben, lediglich Werktitel und alte Signatur (18. Jh.) auf 1*r.

 

(1r-31v) PARIS DE GRASSIS: Ordo Romanus, Bearbeitung für Kardinal Matthäus Lang.

Üb.: Reverendissimo in Christo patri et illustrissimo domino domino Matheo Lang sancti Angeli diacono cardinali Gurcensis Caesaree maiestatis locumtenenti Paris Crassus cerimoniarum magister et episcopus Pisaurensis se commendat. Inc. der Widmung: Quam strictissime licuit sub compendio rerum sacrarum celebritates omnes pontificias ... (2r) Üb.: Quotiens infra Annum ordinarie fiat Res divina in Capella papali. Inc.: Divina officia quae capellae papales vulgo appellantur quaeque ordinariae ... Expl.: ... viva, viva, Papa Leone.

Ist nicht identisch mit dem Druck Paris de Grassis, De cerimoniis cardinalium et episcoporum, Rom 1564.

 

(32r-34r) unbeschrieben.

 

(34v) NOTIZ.

Inc.: Dixit Senen. quod quotienscumque papa celebrat semper cantor vad[...] in paramentis (?).

 

(Spiegel-HD) Federproben.

 

Abbildung:


MI140.jpg (303307 Byte)

1r

 

 

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© Universitätsbibliothek Salzburg, April 2003

Mail to: Beatrix Koll

Handschrift digitalisiert 2014