Universitätsbibliothek Salzburg

M I 104: Kleine Salzburgische Chronik, nach 1624

(37v)

Er nennet sich auch von den Gnaden Gottes einen starckhen unnd

beruembten Khönig der Hunnis, Mediis unnd Gothis, ein

Forcht Gottes der Welt, undter andern khame er auch nacher

Saltzburg oder Helffenburg, uberfüell die Statt, Zerstörret

unnd verwüesset die selbige biß in den grundt, welche Statt

hernach 104 Jar oedt verwüestet unnd von den Menschen unn-

bewohnet gewesen, biß der hl. Rudbertus in das Bayr-

landt khommen, Hörtzogen Theodonem in Bayrn und das Volckh

in den Umbligenden gegenden zu Christlichen glauben bekheret

unnd zu letzt ann den fluß Juvavium khommen, den man an yetzo

Saltzach nennet, unnd die Statt Helffenburg uberfallen

fande, mit Wäldern, Staudach unnd Reysach uberwachsen.

Die verneuret er als die zuvor oedt gelegen 104 Jahr

unnd richtet die selb wider auf alß ein Statt, die etwan

undter den Statten des Bayrlandts füer andere fürgezogen

wierdt. Nachdem nhun der hl. Rudbertus dise Statt zu einem

Bischofflichen Sitz woll und tauglich ze sein achtet, erlanget er

von obvermeltem Hertzogen Theodone Freyheit und Aigenschafft

desselbigen Landts, lüess derowegen alle gewächs, Baumb,

Rauhes gestaudach, alle Dornheggen unnd Holtzbüsch ab-

raummen unnd hinweckch butzen, unnd ein Khirchen in der für-

nembsten heiligen Aposteln Petri unnd Pauli sambst dem Closter

S. Benedicti Ordens, darin er hernach der Erste Vorstheer

unnd Abbte gewesen, aufrichten, unnd erbauen, unnd solches

Closter ist den Gottseeligen Männern zu ihrer Andacht erbaut

worden. Das Ander Closter aber hat er auch mit Hilff obbe-

rüerts Hertzogen Theodonis aus Bayrn und seines gemahles


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Regenthrudis hat er erbaut auf dem Nunberg, den Gottsee-

ligen Junckhfreylein zu ihrer Andacht, dahin hat er zu einer

Vorstheerin gesetzt sein Liebe Schwesster S. Erenthrudem welche

er mit sich auß Franckhreich hat herauß gebracht, hat solches

Uhralte Closter mit Ansechlichen Güettern, Stüfften und auch

Düensten versehen, also wie es dan noch heut zutag woll bestett.


1. Sancta Ehrenthrudis von koniglich-

em Stamm aus Franckhreich geborn, des Hl. Rudberti leibliche gewe-

ste Schwesster, ist nach deme das Closter fundiert am Nun-

berg den Junckhfrauen von Hörtzogen Theodone auß Bayrn

und Regenthrude seinem gemachl under babsten Pelagio zu der

ersten Vorstheerin unnd Abbtesin eingesetzet worden. Welche

ihren Schwesstern vill Jar in grosser Düemuet vorgang,

ist hernach in der Grufft vergraben und canonisirt anno 1000.


2. Biradis Convennt und Mitschwesst-

er des Closters Nunberg unnd des Hl. Masselini Abbts S. Petri Leib-

liche Schwester, ist zur Abbtesin bestettet worden undter

Khayser Henrico Probo anno domini 1000. Welcher Khayser

Henrico das bemelt Closter so abgebrunnen wider von grundt

erbaut. Dise frau hat ein sehr strenges Regiment ge-

füeret, sie ist gewesen ein threue und hausliche Muetter.

Regiert 27 Jar, in der Closterkhirch begraben anno 1027.


3. Beata Diemunda die Erste dises

Namens, Conventualis am Nunberg ist anno Salutis 1027 zue

der Abbtey dessen Closters bestettet unnd von dem Convent

alda berueffen unnd erwellet worden undter der Regie-

rung Ertzbischoven B. Guntheri unnd Babsts Benedicti Quarti.

Diese obbemelte frau war ein andechtige, düemietige

unnd Gottseelige Muetter, auch ein Embsige Haushalterin.

Wie lang sie aber regiert hatt, ist nit wissentlich.