Universitätsbibliothek Salzburg

M I 104: Kleine Salzburgische Chronik, nach 1624

(36v)

Catalogus aller hochwürdigen hoch

unnd Wollgebornen Edlen Genedigen

Frauen Frauen Abbtesinen Sancti

Benedicti Ordens des Uhralten Wüer-

digen Closters Nunberg in Saltzburg.

 

Von dem Ursprung und Herkhommenn

des Uhralten Closters Nunberg lesen wüer also. Nach deme

die Stadt Saltzburg so fasst ein Alte unnd hochberuembte Statt

in dem Norttgeü gelegen ungefehrlich 60 Jar vor Christi

 


(37r)

geburt erbauet an dem Wasserfluß Iuvavium oder Saltzach ge-

nant gelegen, unnd von einem Bayrischen Herzogen erbaut,

unnd von den Römern eingenommen und 470 Jar von ihnen

beherschet, zu der selben Zeit, siehe da war dermassen ein so gri-

miges bitteres Volkh auf dieser Erden, so die Hunnin genent

worden, den man ausfürlichen saget, es sollte vor Zeitten vor der

Türggen kein grimigers und bitters Volckh gewesen sein daz

auch so bluettbegürig gewest als die selben Volckher. Dise

Volckher als Albertus Crantz schreibet, seindt auß Schweden und

Gathen (sic) gewesen unnd von von Hunno, des Tusconis Sohn, geboren.

Dise Volckher seindt zuvor anno domini 450 mit ihrem

Khönig Attilla als sie die Gothen [recte: Gethen] in Scithia vertriben hatten,

herauß khommen unnd das Ungerlandt eingenommen, da-

selbst hat sich Khönig unnd das Ungerlandt eingenommen, da-

selbst hat sich Khönig Attila mit den Mährn unnd Behemen

sovill gemehret, das man sagt es habe in seinem Höer

Uberdis fünffmall hundert tausent Streittbarer Man

gehabt, er verhört das Teütschlandt Jämerlich, Zerstöret

die Statt allenthalben am Rhein und anderstwo, doch so

ward er von dem Römischen Haubtman Ettio unnd von dem

Vusigothier Khönig auß Italia unseglich geschlagen unnd

auf Franckhreich zuegetriben, alda er auch alles verdörbt hat.

Es ware woll ein grosses Buech von ihme und seiner Tyraney

zu schreiben, wan er gefragt wardt, warumb er so grimig

wider die Mensch wüettet, saget er unnd gab zu Andtwort,

er were die Gaysel Gottes, man saget auch er hat daz Schwert

Martis, sein Tittl und Namen was Attilla, ein Sohn Benedeuci,

ein Ennkhl Nembroti unnd erzogen in den Landen Eugiatii.