Universitätsbibliothek Salzburg

M I 104: Kleine Salzburgische Chronik, nach 1624

(31v)

mit Consens unnd guetter Bewilligung obgedachtes Babsts

Innocentii tertii anno Salutis humanae 1223 noch

drey andere Lobliche Bistumb als Chyembsee, Seckhau

unnd Lavandt fundiert. Darundter ist das Erste unnd

füernembste das Lobliche Bistumb Chyembsee, unnd hat zur

solchem Bistumb gesetzt unnd bestettet Rudigherum einen

gebornen von Radeckh, Canonicum zu Saltzburg und diß war

der Erste regiernnde Fürst unnd Bischove zu Chyembsee. Das

Ander Bistumb aber so von Ertzbischove Eberhardo ist fundiert

worden, ware das Bistumb Seckhau, dahin hat er zum Bi-

schoven geweicht Udalricum gewesten Pfarherrn zu Hauß in

dem Ennsthall, welcher Udalricus hernach auch zu Saltzburg

Ertzbischove erwelt worden und in solcher seiner Bischofflichen

einsetzung ware persohnlich dabey Ertzbischove Eberhardus, der

das gleich auch visitiert hat, und in solcher Visitation hat er in der

Khirch zu Seckhau gefunden unnd erhebt das Hälthumb der Hl.

Marttyrer SS. Viti, Modesti unnd Crescentiae, welche er mit

sich nach Saltzburg gefüert, und in die grufft der Thuembkhirchen

in die Eysnen greber genant verwaret und verschlossen.

Das dritte Bistumb auch ist das obbenanter Ertzbischove Eber-

dardus auffgerichtet, ist das Bistumb Lavandt bey Sanct

Andreae an dem Wasser Lavandt in Khärndten, so sonsten das

Lavandtthall genant wierdt. Zu welchem Bistumb er hat

promoviert Carolum gewester Brobsten zu Fryesach in Khärndten,

Ertzbischove Eberhardus der hat auch neben diser obgemelten

Fundation erlangt von (durchgestrichen: obberüertem) babst Honorio (durchgestrichen: Innocentio) tertio

das Privilegium der Infulae und des Stabes dem Thuembbrobsten (darunter: Adalberti quarti)

 

(32r)

zu Saltzburg, Abbten bey S. Peter (darüber: Simeono) und Abbten zu Adtmundt (darüber: Bertholdo)

das auch der Abbt bey S. Peter dem Ertzbischoven zur Rechten Handt,

der Thuembbrobst aber zur Linggen in Summis Festivitatibus solte

stheen. Es hat auch villberüerter Ertzbischove Eberhardus nachdeme

er anno 1226 auf das Concilium nach Constantz verraist mit sich nach

Saltzburg gebracht das Hälthumb S. Ursulae und ihrer gantzen

gefolgschafft, welche er auch in die Grufft in die Eysern greber zu andern

heiligen Haylthumben verwarret hat. Als aber Ertzbischove

Eberhardus 45 Jar loblich regiert, ist er bey babst Gregorio

nono, welcher den hl. Virgilium Patronum zu Saltzburg canonisiert

hat, excommuniziert worden, unnd in solcher Excommunica-

tion Todts verschiden unnd in einem Sarch anno 1246 in dem fürstlichen

hove verwaret worden, hernach aber von Ertzb(ischove) Rudolpho auß bevelch

babsts Honorii quarti under die Uhr im Thuemb begraben anno 1288.

 


1. Rudigherus ein geborner von Radt-

eckh, Canonicus zu Saltzburg, wierdt anno Domini 1200 nach-

dem Ertzbischove Eberhardus das Bistumb Chyembsee hat

aufgericht zum Ersten Vorsther und Bischoven dahin er-

fordert und bestettet under babsten Innocentio tertio. Undter

diser seiner Regierung war zu Saltzburg der Thuemb mit

der halben Statt abgebrunnen, Rudigher aber regieret

34 Jar, wierdt Bischove zu Passau (durchgestrichen: Gurckh) erwellet anno 1234.


2. Adalbertus dises Namens der Erste,

gewester Thuembbrobst zu Saltzburg ist nachdeme sein Anteces-

sor Rudigherus Bischove zu Passau (durchgestrichen: Gurckh) erwellet von obbemelten

Ertzbischoven Eberhardo zum Bistumb Chyembsee bestettet

undter berüertem babst Gregorio nono (durchgestrichen: Innocentio tertio) anno 1222 (!).

Undter ihme hat Ertzbischove Eberhardus den Thuemb zue

Brichsen geweicht und S. Hartmanum Martyrum in den hoch Althar

transferirt. Adalbertus regiert 18 Jar, vergraben anno 1252 (darunter: im Capitl von S. Augustini Althar bestett).