Universitätsbibliothek Salzburg

M I 104: Kleine Salzburgische Chronik, nach 1624

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welcher sich ein Ruetten unnd Gaysel Gottes genennet hat, diser

brachte mit grossem gewalt an sich die Unglaubigen Völckher

Hunni (So auch Heruli genent worden). Diser Attila sambt seinem

Volckh verderbten schier die gantze Weitte Welt, undter anderem

aber khamen sie auch unversehens bey eytler Nacht gehn Helffen-

burg, uber füellen die selben mit grosser Macht, Zerstorten und

verwüessten die Statt biß an den grundt. Sie nammen auch einen

heilig Man mit Namen Maximus, der derselben Zeit bemelter

Statt Prediger gewesen sambt 55 anderen heiligen unnd Gott-

seeligen Männern unnd düenern Christi, welche da Tag und Nacht

in den Höllen unnd verborgen grueben in ihrem hl. gebett ge-

legen, die strangulierten unnd henckhten sie auf dem freythoff

des Closters S. Petri bey den Ain sidlern genant uber den berg

hinauß, etliche aber stürtzten sie sonsten daryber hinab, welche

also sammentlich mitteinder die Martter Chron erlangt haben

unnd hernach von den Andern uberbliben unnd Gottseelig Christen

in S. Margarethae Khirch bemeltes Freythhoffes alda zue der

Erden Christlich seindt bestatet worden, welche auch an yetzo von

den Saltzburgern darin mit gebett unnd Christlich Opfer geehrt

werden. Die offernante Uhralte Statt Helffenburg aber ist

hernach 104 Jar öedt, verwüesset unnd von den Menschen unn-

bewohnet gewesen, biß entlichen der hl. Rudbertus von König-

clichen Stammen aus Franckhreich geboren, Bischove zu Wormbs

in das Bayrlandt khommen, darinnen Christlichen glauben gebre-

diget unnd Theodonem diß Namens der dritte Hertzogen in

Bayrn sambt seinem gemachl Regenthraudt unnd seinem gantzen

Hoffgesündt getauffet unnd das Volckh in den umbligunden

 


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gegenden zu Christlichem glauben bekheret unnd getauffet,

ist er auch aus sonderbarer Schickhung Gottes an den Fluß

Iuvavium khommen, unnd die Statt Helffenburg verwüesst be-

funden, mit wäldern, Staudach, Reyssach unnd Holtz uber-

wachsen, die verneuert er, richtet diselbig wider auf, achtet sie

tauglich zu sein eines Bischofflichen Sützes, erlangt also von

ermelten Hertzogen Theodone vill ansechliche Privilegia und frey-

heiten, liess mit hilff seiner widerumb alda ein schöne Statt

erbauen, er hat auch in dem Abraummen unnd Maissen den

herlichen Saltzbrunnen, welche wie die uhralte Statt Helffen-

burg verwüesstet worden, eingefallen, widerumben gefunden

unnd denselben wider erhebt unnd erbaut, dahero das diese

Statt nemblich Saltzburg ihren Ursprung unnd Namen hat

empfangen. Obberüerter Hertzog Theodo(nus) unnd sein gemachl

Regenthraudt, die stüffteten in der Neuen Statt Saltzburg

Zway Ansechliche Closter unnd Gottesheüser, Als nemblichen

das Erste füer die Gottseeligen hl. Männer, erbauten die

Khirch SS. Petri unnd Pauli, darein setzet er unnd stüfftet

den orden S. Benedicti S. Rudbertum zum Ersten Vorstheer Bi-

schoven unnd Prelaten, welcher zwar bei sich hat gehabt noch

zwölff andere Gottseelige unnd heilige Mäner und auch

düener Christi, die seine heilige Discipuli unnd Junger seindt

gewesen, in solcher regierung hat er vill Jar, wie hernach zue

lesen ist, gelebet unnd gewandlet. Das ander Closter unnd

Gotteshauß aber ist erbaut worden auf einen berg (So der Nun-

berg genent) bey unser lieben fraun, füer die Andechtigen Junckh-

freylein, dahin wierdt zu einer Abbtesin gesetzt S. Erenthraudt.

Waren also dise zwo Stüfftung die Ersten der Statt Saltzburg.