Universitätsbibliothek Salzburg

M I 104: Kleine Salzburgische Chronik, nach 1624

(10v)

48. Eberhardus der Dritte ist bestettet von

Babst Innocentio septimo anno Salutis 1403, zuvor des Ertzstüffts

Thuembbrobst. Diser fürst der hat ihme zu ein sondern Lusst das

Schlössl Neuhaus gegen den Inberg hinden uber und der

Gnigl werths von grundt aufferbaut, welches aber ietzt

alles eingefallen. Verraist auf das Concilium Constantiense,

er hat auch ein Schatz auf dem Inberg in der Händlgrueben ge-

funnden, regiert 24 Jar, in S. Annae Capel begraben die er fundirt anno 1427.


49. Eberhardus der Viertte ein geborn-

er von Starchenberg, wierdt einhelligchlich von Babst Martino quinto

anno domini 1427 creirt und bestettet. Diser fürst ware

ein schöner, wollformierter, langer und gerader herr mit

allen guetten Tugenten des gemüettes gezieret, auch fromb

eingezogen, gerecht, ernstlich, treuhertzig, fürsichtig und Andechtig.

Sein hl. und loblich Regierung war nhur 2 Jar, ist Seelig

verschiden, in S. Annae Capellen begraben worden anno 1429.


50. Joannes des Namens der Anndere

ein geborner Reichsperger, Thuembbrobst zu Saltzburg, ist mit

dem Pallio dotiert worden anno 1429 von Babst Eugenio sexto,

wierdt auf das Concilium Basiliense berueffen. Item anno 1430

haben die Behem das Bayrlandt uberzogen, und uberfallen,

ist bemelter Ertzbischove zu eim Haubtman Bayrischen Schutz-

herrn wider der Behemen Khriegsvolckh gesetzt, regiert 12 Jahr,

ist in S. Martini Capel der Thuembkhirchen begraben anno 1441.


51. Fridericus der Viertte dises Nam-

ens, ein geborner Truchses von Emmerberg, ist mit Uneinigkheit

der Thuembhern von Babst Foelice quinto (durchgestrichen: Eugenio sexto) und dem Consistorio

zu Basel bestett worden, dan er hernach dem Concilio selbst beyge-

wohnet, dan er wardt einer wolformierten gestalt und hochglert,

hat Hertzog Ludovici aus Bayrn Hochzeit zu Landtshuet copuliert

unnd 10 Jar regiert, vor S. Andreae Althar begraben 1452.


(11r)

52. Sigismundus des Namen der Erst

ein geborner von Volckherstorff, zuvor Decanus, hernach Thuembbrobst

unnd anno domini 1452 von Babst Nicolao quinto zum Ertz-

stüfft bestettet. Diser fürst ist etlichen gehaltenn Reichstagen

beygewohnt zur Zeit Kheysers Friderici, hat die Chor Cappen

am Thuemb mit Bleü deckhen lassen, das Portal dabei er-

baut, guett gelt gemintzt (sic), regiert loblich 9 Jar, ist in

sein fundierte Capellen des Thuemb begraben anno 1461.


53. Burchardus der Ander dises Nam-

ens, ein geborner von Weyssbriach, Thuembbrobst zu Saltzburg, ist

anno 1461 von Babst Pio secundo zum Ertzstüfft bestett und zue

Cardinal gemachet worden. Diser fürst leget sein Undterthon

ein grosse Steür an, derowegen sich die Bürgbaurn wider ihn auff-

lainten, er hat auch die Pfar Müllen gestüfft und ein Collegium da-

raus gemacht, reg(iert) 5 Jar, vor S. Ruperti Althar bestett anno 1466.


54. Bernardus von Rohr, geborn zue

Saltzburg, gewester Stattpfarherr, ist anno Salutis 1466 Ertz-

bischove zu Saltzburg erwelt undter Kheyser Friderico tertio, (am Rand: Paulo secundo babst)

welcher zu diser Zeit mit seinem Sohn Maximiliano ankhommen,

die weill aber Bernardus vill betrangnus ausgestanden1,

resigniert er dem Kheyser, welcher in aber in das Schloss Titmo-

ning in Verhafft genommen, alda er sein leben geendet

und 16 Jar regiert, zu Saltzburg im Thuemb bestett anno 1487.


55. Joannes des Namens der Dritte mit

dem Zuenamb Beckhenschlager, aus der Schlesien von Partissonia

gebürtig und Ertzbischove zu Gran auß Ungern, ist von Khey-

ser Friderico mit einhelliger Wall des Capitels zu Saltzburg (am Rand: Innocentio octavo)

erwelt worden. Diser fürst hat alsbaldt daz Saltz gestaigert,

es ist auch der Burgerrath fundiert worden, hat vill Clenoder (sic) dem

Ertzstüfft verehrt, regiert 7 Jar, im Thuemb begraben 1489.

 

 


1: Handschrift M I 102, 104v berichtet auch von einem Waldbrand im Jahr 1473:

"... hernach

aber im volgunden Somer, war es dermassen so hayß daz

gar das feur auf den bergen warde gespüret, das sich

nemblich die Berg von solcher uberschwenckhlicher Hütze

zünden thetten unnd die Baumb alle thatten abbrinnen

unnd gahr verdorren, es gienge auch gar der Rauch aus

dem Erdtrich von den Wurtzlen herfüer ..."