Universitätsbibliothek Salzburg

M I 104: Kleine Salzburgische Chronik, nach 1624

(3v)

Bistumb

Freysingen - Passaw - Regspurg - Brichsen

Burckh(ausen) - Chüemsee - Seckhaw - Lavant

 

Stött

Saltzburg - Früesach - Hallein - Lauffen

Müldorff - Tittmoning - Radtstatt - S. Andreae

 

(4r)

Von dem heiligen Maximo lesen wier für-

nemblichen auch also, dan als der allmechtige Gott

die uhralte Statt Helffenburg wegen ihrer grossen Miss-

handlung halber wolte zichtigen unnd straffen, Sihe da

war solches dem heiligen Severino, erstem Vorstheer

unnd Bischoven zu Passau auß götlicher offenbar-

ung khundt gethan, der sendet alsbaldten Zween Boten

Moderatum Cantorem zu Passau unnd auch Quintasium unnd er

lüesse solches erschröckhliche Ubel den Ihnwonnern der bemelten

Stadt Helffenburg und ihrem Vorstheer Maximo anzaigen und die

selben gewernen das sis sich fürsehen solten. Die Einwohner aber

unnd der Hl. Maximus die zweiffleten an solcher threuen ermahnung

unnd wolten die Boten auffgehalten haben unnd uber nacht beherbergen,

welche aber ohne Verzug davon theten weichen. Dan her nach noch in diser

Nacht, siche da khamen die unglaubigen Hunni, uberfüellen die Statt

und verwüessten sie, den hl. Maximum aber sambt 55 hl. Väter strangu-

lierten sie. Ist also dise Statt 104 jahr unbewohnt gestanden.

 


1. Sanctus Ruedbertus von königlich-

em Stamb aus Franckhreich geborn unnd von Babst Pe-

lagio in das Teütschlandt gesandt und dem Bistumb Wormbs

vorgestellt, aber alda vertriben, in das Bayrlandt khomen

durch hilff Herzogs Theodonis aus Bayrn das Bistumb zu

Saltzburg fundirt, S. Petri Khirch erbaut, den orden S. Benedi-

cti darein gepflanzt, regiert 40 Jar, bei S. Peter bestat anno 623.

 


2. Sanctus Vitalis discipulus des Hl.

Rudberti unnd in dem neulich auffgerichten Bischoff-

lichen Sütz Successor, undter dem Babst Honorio (durchgestrichen: Severino). Diser

Gottseelige herr hat solchen dignitatem loblich unnd woll

23 Jar abgewarttet also das er anno 646 verschiden,

in seiner fundirten S. Andreae Capel bey S. Peter begraben

ist, hernach von Babst Pio Secundo (durchgestrichen: Quinto) anno 1461 canonisirt worden.