Universitätsbibliothek Salzburg, Sondersammlungen

Monogrammisten sind Künstler, von denen nur das Monogramm, aber nicht der volle Name bekannt ist; besonders Holzschnittkünstler und Kupferstecher des 15. und 16. Jh. haben nur mit ihrem Monogramm signiert. Aufgrund der Verwendung von wiederkehrenden Bildelementen konnte dem Künstler ein "Notname" wie z.B. "Meister mit den Bandrollen" zugeschrieben werden, sehr oft beschränkte sich die Benennung auf die Initialen des Namens. Im Bestand der Universitätsbibliothek Salzburg befinden sich neben den unten dargestellten Druckgraphiken von Monogrammisten auch u.a. noch Werke des "Meisters mit dem Maschenhintergrund" (vgl. Signatur G I 6), des "Meisters des hl. Wolfgang" (vgl. Signatur M I 72, fol. 12v), des "Meisters ES" (vgl. Signatur M I 72, fol. 192v) und Handzeichnungen des "Meisters NJW" (vgl. die Städtebilder aus der Zeit Wolf Dietrichs).

 

   

G III 254

Meister mit den Bandrollen: Das Glücksrad, 2. Hälfte 15. Jh.

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G III 70

Meister mit dem Monogramm Christi: Castello del Finale

Der eigentliche Name des "Meisters mit den Bandrollen" ist unbekannt, benannt wurde er nach den langen Spruchbändern, die er in seinen Stichen anbrachte. Eigenständige Arbeiten verzeichnet die Forschungsliteratur wenige, der Meister scheint beinahe ausschließlich deutsche, niederländische und französische Vorbilder kopiert zu haben. Die Universitätsbibliothek Salzburg besitzt ein Blatt seines Werkes "Das Glücksrad": Links abgebildet ist die Glücksgöttin Fortuna mit verbundenen Augen, die am Glücksrad dreht, rechts der Tod, der auf den Lebensbaum zielt. Eine genaue Beschreibung, auch mit Transkription der Texte in den Bandrollen, gibt G. K. Nagler, Die Monogrammisten, Bd. 5 (1879), Nr. 792.

Leider weist das Blatt einige Beschädigungen auf, da es offenbar aus einem Einband abgelöst wurde.

Doppelt signiertes Blatt, links oben "IHS", rechts unten "FPF". Die obere Signatur lässt auf einen Kupferstecher aus Rom schließen, der um 1556-1572 arbeitete und auch als "Meister mit dem Namen Jesu" bezeichnet wird. Die Entschlüsselung der Signierung FPF ist nicht eindeutig, möglicherweise "versteckt" sich dahinter Francesco Primaticcio (1490-1570), der angeblich auch mit "FPF" signiert haben soll. Dargestellt ist das Kastell von Finale.

 

 

 

 

 

   

G II 1230

Meister CWC: Christus als Schmerzensmann, 16. Jh.

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G II 966

Meister WH bzw. WAH: Das heilige Abendmahl, Ende 15. Jh.

Der Holzschnitt ist das letzte Blatt aus dem Salzburger Druck "Paul Hyrspeck: Drey Predig von dem hochw. Sacrament der Alltars" aus 1554. Der Drucker ist der 1557 in Salzburg ansässige Hans Baumann. Links oben befindet sich die Signierung CWC. Möglicherweise ist der Künstler Salzburger Herkunft.

 

 

 

Unten signiertes Blatt, ursprünglich aufgeklebt auf der Innenseite des Vorderdeckels der Inkunabel W II 333 (Lumen animae,  Augsburg, Anton Sorg 1477). Vorbesitzer war ein Andreas Christoph Clammer, Salzburger Chorvikar. Der Kupferstich ist die Nr. 2 aus einer Reihe von 12 Passionsblättern, von der allerdings nur sechs erhalten sind. Meister WH arbeitete in Oberdeutschland und wird in der Forschung als "Schongauer-Kopist" bezeichnet.

   

 

Beatrix Koll, Jänner 2006

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