VERZEICHNIS DER
HANDSCHRIFTENFRAGMENTE DER UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK SALZBURG
Fragmente
von Handschriften erzählen die Geschichte von verschwundenen Büchern. Ob nun
winzige Reste als Falzverstärkungen, Vorsatzblätter oder als Einbände
verwendete Blätter - sie alle waren einmal Bestandteil eines vollständigen
Buches und Teil einer Bibliothek. Die Festlegung von Entstehungszeit und Provenienz, den beiden
wichtigsten Zielen in der Kodikologie, bereitet besonders bei der
Makulaturforschung Probleme, da insbesondere bei heterogenen
Bibliotheksbeständen zu wenig Vergleichsmaterial existiert, um die Stationen
zwischen Entstehung und Verwendung als Einbandmakulatur nachvollziehbar zu
machen.
Die
digitale Präsentation der Handschriftenfragmente der Universitätsbibliothek
Salzburg möchte den Zugang zu Forschungsobjekten erleichtern und versteht sich
als Hilfsinstrument für Skriptorienforschung, Paläographie und
Textüberlieferung. Über das Internet einsehbare Abbildungen können dazu
beitragen, auf mehrere Bibliotheken verteilte Fragmente gleicher Provenienz
wieder zusammen zu führen (vgl. M
II 382). An einer systematischen Aufarbeitung des handschriftlichen
Fragmentenbestandes arbeitet auch die
Universitätsbibliothek
Graz, unter der Signatur 1703 findet sich bereits eine Reihe von
Katalogisaten samt Abbildungen.
Nur
eine geringe Anzahl an Fragmenten wurde vom Trägercodex abgelöst und unter
eigener Signatur (M ...) aufgestellt, die Signatur "M" wurde auch für
Fragmente verwendet, die sich als Spiegel, Vorsatzblätter oder
Falzverstärkungen in Handschriften in situ befinden, für die Fragmente in situ wurden
die jeweiligen Buchsignaturen - "W" für Wiegendruck, "F" für
Frühdruck, "R" für Rarum, "G" für Graphik sowie Numerus
currens für den übrigen Bestand - übernommen. Jedem Kurzkatalogisat ist eine Abbildung
beigefügt. Ist bereits Sekundärliteratur vorhanden,
wird mit einem Link auf die Bibliographie
zu österreichischen Handschriften der Österreichischen Akademie der
Wissenschaften verwiesen (in der linken Spalte "Salzburg,
Universitätsbibliothek" anklicken, zur gewünschten Signatur gehen und
Kurzzitat anklicken; in der rechten Spalte erscheint das Vollzitat).
Ernst
Frisch hat in seinen handschriftlich verfassten Katalogen des Bestandes der
Sondersammlungen wertvolle Vorarbeiten geleistet. Die Beschreibungen
karolingischer Fragmente greifen zurück auf Arbeiten von Karl Forstner,
Beschreibungen deutschsprachiger Fragmente wurden von Anna
Jungreithmayr verfasst.