Universitätsbibliothek Salzburg - Abteilung für Sondersammlungen

M I 36, Handschrift aus 1425


Beschreibung: Abbildungen:

Die Technik des Naturselbstdrucks ist alt, ursprünglich wurde ein mit Leder oder Papier bespanntes Brett mit Ruß und Bindemittel bepinselt, die Pflanze darauf gelegt und angedrückt und dann mit der Druckseite nach oben auf Makulaturpapier gelegt und mit einem Druckbogen abgepresst.

Die um 1425 entstandene Handschrift M I 36 der Universitätsbibliothek Salzburg enthält eine umfangreiche Sammlung verschiedenster naturwissenschaftlicher Texte. Besondere Bedeutung erlangte sie in der Forschung jedoch durch 84 Naturselbstdrucke, die als erster Nachweis dieser Technik nördlich der Alpen gelten. Die Pflanzen bzw. Blätter wurden mit grüner Farbe überstrichen und auf das Papier gepresst. Bereits im Spätmittelalter lässt sich somit rein botanisches Interesse an Pflanzen nachweisen. Der Verfasser der lat.-dt. Begleittexte dürfte zumindest das Lateinische eher nach Gehör niedergeschrieben haben: So wird eine Primula veris zu Prima lavenderis oder eine Acetosa zu Acce dossa ...

Ursprünglich aus dem Besitz eines Johann Grave zu Solms (vermutlich Johannes V. Graf zu Solms-Lich, gest. 1457) gelangte die Handschrift 1470 in die Bibliothek des Astrologen Johannes Lichtenberger. Im 16. Jh. ist als weiterer Vorbesitzer Philipp Venningen genannt, danach ist der Codex an der erzbischöflichen Hofbibliothek nachweisbar.

Schlüsselblume, Leberblümchen, Bibernelle

Wermutkraut, Ysop, Braunelle

Knorpelmöhre, Süßholz, Strandwinde, Basilikum

Fünffingerkraut, Schafgarbe, Brennender Hahnenfuß

Sauerampfer, Melone

Farn, Tüpfelfarn

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