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Universitätsbibliothek Salzburg - Abteilung für Sondersammlungen

 

Das Buch des Monats der Universitätsbibliothek Salzburg


November 2011: Ignaz Preisinger, Salzburger Hexenspiel. Salzburg, ca. 1816

  

Einkehr

Beschreibung: Abbildungen:

Der Salzburger Kartenmaler Ignaz Preisinger übernahm 1816 die Kartenmalerbefugnis von seinen Vorgängern Traunwiser und Rauchmiller. Kartenmacher besaßen in Salzburg eine Monopolstellung, denn es war durch erzbischöflichen Befehl verboten, fremde Spielkarten einzuführen. Kartenspiele waren im Salzburg des 18. und 19. Jahrhundert weit verbreitet, und das Kartenmacherhandwerk hatte zeitweise goldenen Boden.

Eines der beliebtesten Spiele war das hier vorgestelle "Hexenspiel" mit 32 Karten (20 Figurenkarten und Zahlkarten von 1 bis 12): Für dieses Spiel sind wenigstens vier - besser noch mehr - Spieler nötig. Man zeichnet mit einer Kreide einen Kreis und unterteilt diesen mit 10 bis 12 Querstrichen. Dann wird nach komplizierten Regeln getauscht, und am Schluss werden die Karten aufgelegt. Der Besitzer, der die schlechtesten Karten hat, muss einen Kreidestrich löschen, der Besitzer der Hexenkarte zwei Striche. Wenn bei einem Mitspieler alle Striche gelöscht sind, hat er verloren.

Das Salzburger Hexenspiel hat sich nach seinem Auftreten im frühen 18. Jahrhundert fast 100 Jahre gehalten, in Österreich überlebte dieses Tauschkartenspiel als "Hexl-Spiel" sogar bis ins 20. Jahrhundert.

 

 

Neuankauf 2011.

 

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Beatrix Koll, November 2011