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Universitätsbibliothek Salzburg - Abteilung für Sondersammlungen

 

Das Buch des Monats der Universitätsbibliothek Salzburg


Oktober 2010: Hans Wagner / Nikolaus Solis: Kurtze ... beschreibung des Durchleuchtigen ... Fürsten ... Wilhalmen ... Hertzogen inn Obern und Nidern Bairen etc. und derselben geliebsten Gemahel, der Fürstin, Frewlein Renata ... Hertzogin zu Lottringen ... gehalten hochzeitlichen Ehren Fests ... München, 1568

  

Ritterlicher Schaukampf

Beschreibung: Abbildungen:

 

Anlässlich der Hochzeit des Erbprinzen Wilhelm von Bayern (später Wilhelm V.) mit Renata von Lothringen am 22. Februar 1568 erschien noch im selben Jahr eine "Kurtze beschreibung" dieser Festlichkeit. Die Hochzeit wurde in München mit ungewöhnlich großem Aufwand gefeiert. Das Fest dauerte 18 Tage, es nahmen zirka 5000 Reiter daran teil, und die Festmusik wurde eigens von Orlando di Lasso komponiert.

Der Autor Hans Wagner widmet sich mit Hingabe der Beschreibung der Festgäste und der begleitenden Ereignisse. Minutiös wird z. B. die  Entourage von Erzherzog Ferdinand von Österreich aufgezählt: Unter vielen anderen werden namentlich vier Mundschenke, zwei Vorschneider und nicht weniger als 24 Bedienstete aus dem Bereich "Kuchen und Keller" genannt. Nicht so gründlich wurde die Dienerschaft des Salzburger Erzbischofs Johann Jakob von Kuen-Belasy erfasst, immerhin erfahren wir, dass der hohe Herr  mit einem Küchenmeister und drei Köchen unterwegs war.

15 großformatige Kupferstiche von der Hand des Künstlers Nikolaus Solis (Sohn von Virgil Solis d.Ä.) zeigen die Hochzeitszeremonie, Tänze und Turniere.

 

 Signatur: R 11.240 III.

Hochzeit in der Frauenkirche

Fürstliche Festgäste in der Kirche

Hochzeitsmahl

Tanzvergnügen

"Auffzug der Ritter zum Ringrennen"

Maskenspiel und Tanz

Ritterliches Turnier

Kübelstechen*

 

* Die Ritter erschienen nicht gepanzert, sondern dick mit Heu gepolstert und einem Kübel auf dem Kopf. Zum Vergnügen der Zuschauer mussten sie versuchen, sich gegenseitig mit langen Lanzen die Kübel vom Kopf zu stoßen.

     

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Beatrix Koll, Oktober 2010