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Universitätsbibliothek Salzburg - Abteilung für Sondersammlungen

 

Das Buch des Monats der Universitätsbibliothek Salzburg


April 2011: Georg Andreas Böckler: Architectura curiosa nova. Nürnberg, 1664

  

Brunnenfigur mit Hunden

Beschreibung: Abbildungen:

Georg Andreas Böckler (1617-1687) war ein deutscher Architekt und Verfasser zahlreicher Bücher über Baukunst, Mathematik, Mechanik, Ökonomie und Kriegskunst. Das hier vorgestellte Werk "Architectura curiosa nova" erschien 1664 zum ersten Mal und gehörte bald zu den beliebtesten Publikationen auf dem Gebiet der Brunnen- und Wasserkunst. Die Kupfertafeln zeigen Springbrunnen, Wasserfälle, Fontänen, Gärten, Schlossanlagen aus ganz Europa. Böckler widmete das Buch dem Salzburger Erzbischof Guidobald von Thun (1616-1668).

Für die Baugeschichte Salzburg von Interesse ist die Abbildung des 1660 fertiggestellten Residenzbrunnens. Der Autor beschreibt ihn wie folgt: "Hic elegantissimus et amplissimus omnium, quos Germania ostentat, hodie judicatur, è marmore pariter Salisburgi, modo-regentis Archiepiscopi jussu ac impensis exstructus. Altitudine 50mum attingit pedem. Aquam fundit copiosissimam, eamque statu quasi Tritonis cujusdam, e cornu, in cochleae formam detorto protrusam, ac per crateres inferne sibi subordinatos gradatim in imum alveum retrolabentem ... Extant inferne quatuor in super Hippopotami seu equi marini, aquam multam effundentes in alveum affabre admodum factum ..." (Diesen hält man heutzutage für den elegantesten und größten von allen Brunnen Deutschlands, ganz aus Marmor in Salzburg auf Befehl und auf Kosten des jetzt regierenden Erzbischofs [= Guidobald von Thun] erbaut. Er ist fast 50 Fuß hoch. Überreich lässt er das Wasser sprudeln, das von einer Tritonsstatue aus einem schneckenförmig gewundenen Horn hervorgestoßen wird und dann stufenweise von einer Schale zur anderen hinab in das untere Becken zurückfließt ... Unten befinden sich außerdem vier Seepferde, die eine große Menge Wasser in das kunstvoll gefertigte Becken ausspeien ...).

 

Signatur: G 1373 II

Vorbesitzer: EB Maximilian Gandolph

Brunnenaufsatz für Wasser, das sich "schüsselförmig" verbreitet

Variante des "Manneken Pis" ...

 

Die Schale zeigt einen Phoenix, die obere Figur stellt einen Pelikan mit seinen Jungen dar

Moses-Brunnen in Rom, von Papst Sixtus V. erbaut

Geflügelte Wassergötter

Residenzbrunnen in Salzburg

Grotte in Schloss Tanlay

Lustgarten im Palazzo Pitti in Florenz

     

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Beatrix Koll, April 2010