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Universitätsbibliothek Salzburg - Abteilung für Sondersammlungen

 

Das Buch des Monats der Universitätsbibliothek Salzburg


April 2008: Das Tierbuch des Petrus Candidus (1460). Faksimile, Zürich, 1984.

  

Basilisk

Beschreibung: Abbildungen:

Eine der schönsten Handschriften aus der Vatikanischen Bibliothek ist das mit prächtigen Miniaturen ausgestattete Tierbuch des Petrus Candidus, geschrieben um 1460 für Lodovico Gonzaga, illustriert aber erst im Laufe des 16. Jh. Basierend auf der Tradition antiker Autoren und vor allem des Physiologus werden real existierende Tiere ebenso detailliert beschrieben wie Fabelwesen und von einem kongenialen Maler ins Bild gesetzt (vgl. v.a. die erste Abbildung mit Nashorn und Einhorn). Durch die Darstellung des Nashorns ergibt sich auch ein Hinweis auf den frühest möglichen Zeitpunkt der Entstehung der Miniaturen, denn es ist eine genaue Kopie von Dürers berühmtem Holzschnitt aus 1515.

Obwohl der Bartgeier ("Kim", siehe Abb.) im europäischen Raum bekannt war, hat der Künstler dessen Bart fälschlich für eine Zunge gehalten, und auch beim Seelöwen ("Caab", siehe Abb.) kam der Maler in Konflikt mit der Beschreibung des Textes, weswegen er die Schnauze ungebührlich verlängert hat. Bei der Ausgestaltung der Fabeltiere hingegen waren dem Künstler keine Grenzen (der Phantasie ...) gesetzt, dem damaligen manieristischen Geschmack entsprechend hat er den Pinsel tief in den Farbtopf getaucht ...

 

Neuankauf 2007.

Nashorn und "echtes" Einhorn

Leucrocota (Tapir?)

Mircomoron

Kim (Bartgeier oder Lämmergeier)

Greif

Phoenix

Caab (Seelöwe)

Draco maris (Seeschlange)

Galalcha

     

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Beatrix Koll, April 2008