Universität Salzburg    Online-Katalog    HOME

Universitätsbibliothek Salzburg - Abteilung für Sondersammlungen

 

Das Buch des Monats der Universitätsbibliothek Salzburg


März 2014: Karl Ewald Olszewski: Der Kriegs-Struwwelpeter. München, 1915

  

Wilhelm II.

Beschreibung: Abbildungen:

Der "Struwwelpeter" des Frankfurter Arztes Heinrich Hoffmann erschien zum ersten Mal im Jahr 1845 und erlebte im Laufe der Jahre zahlreiche Adaptionen. Ursprünglich als erzieherisches Bilderbuch für Hoffmanns dreijährigen Sohn konzipiert, wurde der "Struwwelpeter" auch für politische und militärische Propaganda umgedichtet.

1914 erschien in London unter dem Titel "Swollen-headed William" eine sehr erfolgreiche englische Parodie, hinter der sich eine antideutsche Kriegspropaganda versteckte. Darauf reagierte Deutschland im folgenden Jahr mit dem "Kriegs-Struwwelpeter" aus der Feder von Karl Ewald Olszewski, einem deutschen Maler, der u.a. für die satirische Wochenzeitschrift "Simplicissimus" arbeitete. Die Entente-Mächte werden zum Ziel des Spottes: Serbien wird als "Bomben-Peter" dargestellt, Zar Nikolai wird in der umgewandelten Geschichte vom bösen Friederich, der Tiere quält, zum "bösen Nikolai" ("Der Freiheit riß im Dumahaus er schnöde beide Flügel aus"), und mit dem Zappel-Beppo wird Italien karikiert, das mit Deutschland und Österreich verbündet war, aber nach Kriegsbeginn die Seiten wechselte.

 

 

Signatur: R 24269 II.

Wilhelm II., der die Führer

der Feindmächte ins Tintenfass taucht

Bomben-Peter (Serbien)

Feuerzeug-Mariannchen (Frankreich)

Neutralitätslutscher (Belgien)

Zappel-Beppo (Italien)

Geschichte vom Niki (Montenegro)

     

zurück

Beatrix Koll, März 2014