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Universitätsbibliothek Salzburg - Abteilung für Sondersammlungen

 

Das Buch des Monats der Universitätsbibliothek Salzburg


Februar 2014: Christian Sambach / Josef Stöber: Iconologie oder Ideen aus dem Gebiethe der Leidenschaften und Allegorien. Wien, 1801

  

Das Studium

Beschreibung: Abbildungen:

Als Allegorie bezeichnet man ein Sprachbild, bei dem abstrakte Begriffe sinnbildlich dargestellt werden. In der bildenden Kunst und in der Literatur des Mittelalters und des Barocks tritt die Allegorie besonders oft in Form einer Personifikation auf, d.h. eine Person wird mit bestimmten Attributen abgebildet, die auf Tugenden, Laster etc. verweisen.

Die Komplexität der barocken Bildersprache bereitet heute oftmals Schwierigkeiten bei der Deutung, doch bereits im 19. Jahrhundert war der Bedarf gegeben, eine Art "Schlüssel" zu Auflösung vielschichtiger Bildkompositionen in der Hand zu haben. Ein Instrument dazu ist das hier vorgestellte Werk, das in 225 Kupferstichen die Bildersprache "der Leidenschaften und Allegorien" zu enträtseln hilft, und zwar "für Zeichner, Maler, Künstler, Dichter, Gelehrte, Erzieher, Freunde höherer Geschmacksbildung und Kunstliebhaber".

Manches erschließt sich dem Betrachter, der Betrachterin bereits an der Oberfläche, wenn z.B. bei der Personifikation der Gesundheit der Äskulapstab abgebildet ist. Weniger bekannt dürfte hingegen sein, dass dem Gott der Medizin der im Bild dargestellte Hahn geweiht ist, den bereits Sokrates Äskulap geopfert hatte, als er seinen baldigen Tod vorausahnte. Vieles geht zurück auf die antike Mythologie: Der alten Frau als Personifikation der Trunkenheit ist ein Panther beigesellt - dieser ist dem Bacchus geweiht.

 

Signatur: G 434 I. Vorbesitzer: Alois Josef Hammerle.

Die Lüge

Das Vergnügen der Liebe

Das sanguinische Temperament

Die Gesundheit

Die Täuschung

Die Trunkenheit

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Beatrix Koll, Februar 2014