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Universitätsbibliothek Salzburg - Abteilung für Sondersammlungen

 

Das Buch des Monats der Universitätsbibliothek Salzburg


Februar 2013: Missale Saltzburgense. Venedig, 1507

  

Detail aus einer Randbordüre

Beschreibung: Abbildungen:

Mit der Erfindung des Buchdrucks wandelte sich auch die Buchillustration: Wurden in Handschriften Initialen und Miniaturen mit Hand und Pinsel gemalt, so setzte sich ab der zweiten Hälfte des 15. Jh. der Holzschnitt als Illustrationstechnik durch. Kostbare Ausgaben wurden allerdings immer noch händisch koloriert, und die Buchmalerei erlebte ihre letzte Blüte. Das hier vorgestellte Salzburger Messbuch, 1507 in Venedig gedruckt, wurde von Erzbischof Leonhard von Keutschach (reg. 1495-1519) herausgegeben und war auch unter seinem Nachfolger, Kardinal Matthäus Lang, in Gebrauch. Das Missale besitzt neben vielen kleineren Holzschnitten eine große Zahl an Deckfarben-Initialen mit Goldauflage, die den Beginn der bedeutenderen kirchlichen Feste kennzeichnen. Diese aufwändige Buchmalerei stammt von Nicolaus Bertschi, der in Augsburg eine Werkstatt unterhielt. Die berühmteste Miniatur Bertschis ist zweifellos das Selbstportrait, das ihn gemeinsam mit seiner Frau bei der Arbeit zeigt (Abbildung).

Im "Missale Saltzburgense" sind besonders die Randbordüren mit teils naturalistischen, teils phantastischen Motiven ausgestattet: So sehen wir beim Fest "Christi Himmelfahrt" Flaschenkürbisse, Erbsenschoten, Disteln und zwei Füchse bei der Entenjagd detailgetreu wiedergegeben, beim Fest zu den Aposteln Petrus und Paulus tummeln sich ein satyrhaftes Geschöpf und ein wilder Mann in den Blütenranken.

 

Signatur: F II 187. Vorbesitzer: EB Matthäus Lang, erzbischöfliche Hofbibliothek.

Wappen von EB Leonhard von Keutschach

1. Adventssonntag

Christi Himmelfahrt

Pfingsten

 

Kanonbild

Hll. Peter und Paul

Maria Himmelfahrt

Hll. Rupert und Virgil

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Beatrix Koll, Februar 2013