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Universitätsbibliothek Salzburg - Abteilung für Sondersammlungen

 

Das Buch des Monats der Universitätsbibliothek Salzburg


Februar 2012: Johannes aus Capua: Der alten Weisen Exempel, Sprüch ... Frankfurt, 1592

  

Überlegung ist besser als Eile und Stärke

Beschreibung: Abbildungen:

Fabelbücher erfreuten sich stets großer Beliebtheit. Bereits in der Antike wurden diese belehrenden Kurzgeschichten als rhetorische Elemente verwendet, umfangreiche Sammlungen entstanden, als berühmtester Fabeldichter der Antike gilt Äsop (um 600 v. Chr.).

Die hier vorgestellte, 1592 in Frankfurt gedruckte Sammlung von Fabeln, Märchen und Geschichten ist eine Eindeutschung des altindischen "Pantschatantra", die im 8. Jahrhundert ins Arabische (Kalila und Dimna) übertragen wurde. Dieser folgte eine hebräische Übersetzung, die Johannes von Capua als Grundlage für sein "Directorium Humanae Vitae" diente. Die deutsche Fassung wird dem Frühhumanisten Anton von Pforr zugeschrieben, der um 1480 das "Buch der Byspel der alten Weisen" veröffentlichte, dessen Text bis 1600 in 17 Druckauflagen erschien. - Die Textholzschnitte illustrieren oft nicht die erzählten Fabeln, sondern verweisen auf andere, bekannte Kurzerzählungen, die eine ähnliche "Moral von der Geschicht'" besitzen. So würde der Holzschnitt zur Fabel vom Raben und dem Kamel viel besser zur Geschichte von Reineke Fuchs passen, in der Henning, der Hahn, die vom Fuchs gemeuchelte Henne Kratzefuß auf einer Bahre dem König zeigt.

 

Neuankauf 2011. Signatur: R 330583 I.

"Untreuw trifft offt sein eigen Herren"

"Niemand sol zu faul seyn in fuersichtigkeit"

 

"Wie der Rapp dem König falschen raht uber das Kamellthier gab"

"Niemands eile zu baldt, ehe er die Sach recht wisse"

 

"Wer zu aller zeit karg wil seyn, deß end wirdt als deß Wolffs, der die Adern des Bogens fraß, und wolt das Bärenfleisch sparen"

"Von einem Goldschmid und einer Schlangen"

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Beatrix Koll, Februar 2011