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Die Bibliotheksaula der Universität Salzburg |
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Die Bibliotheksaula, die heute in 34 Regalen 4370 Druckwerke beherbergt, war nicht immer ein Ort der Bücher. Neben der großen Aula der alten Benediktineruniversität war sie der zweite wichtige Spielort für die Finalkomödien, die gewöhnlich am Ende jeden Studienjahres aufgeführt wurden. Bei diesen Theaterstücken wirkte die gesamte Universität zusammen, bei den Aufführungen in der Aula academica war der Landesfürst anwesend. Auch der junge Wolfgang Amadeus Mozart war an diesen Dramen beteiligt: Mit fünf Jahren hüpfte er als Tänzer in Marian Wimmers Komödie "Sigismundus Hungariae rex" umher, mit 11 Jahren komponierte er die Musik zum Zwischenstück "Apollo et Hyacinthus". 1657 wurde das kleine Theater in der Aula minor eröffnet, wie in der großen Aula war wohl von Anfang an eine Verwandlungsbühne vorhanden. Als kleine Aula, i.e. Bibliotheksaula, bezeichnet man heute den ehemaligen Zuschauerraum des kleinen Theaters, in dem auch die Prämienverteilungen für die besten Schüler und Studenten stattfanden. Der eigentliche Bühnenraum wurde später baulich davon abgetrennt. 1793 wurde die Bibliothek vom Nordtrakt in den Südtrakt (Hofstallgasse) verlegt (Plan) und zur öffentlichen Benützung eingerichtet. Damals enthielt sie etwa 12.000 Bände, Bibliothekar war Johann ev. Hofer, Benediktiner aus St. Peter und Professor der biblischen Hermeneutik und Exegetik. Noch 1794 schreibt Lorenz Hübner (S. 392) über die Bibliothek: "Diese ist nur erst in ihrer neuen Einrichtung begriffen". Erst ab 1803 war sie für die Öffentlichkeit zugänglich. Heute ist die Bibliotheksaula ein Ort der Begegnung, genützt für Ausstellungen, Lesungen, Führungen, Präsentationen und vieles mehr. Die Bücher in den Regalen sind meist der Renaissance und dem Barock zuzuordnen und enthalten theologische, juristische und philosophische Werke. Viele davon stammen aus der erzbischöflichen Hofbibliothek, erkennbar an den Buchstaben B.A.S. |
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(= Bibliothekca aulica Salisburgensis) auf dem Buchrücken, davon 969 Bände aus der Handbibliothek der Salzburger Erzbischöfe. Exemplare mit besonders schön gestalteten Einbänden sind in der Bildergalerie (s.u.) zu bewundern. |
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| Bildergalerie | |
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Lage der "Kleinen Aula" um 1803 |
Restaurierte Kassetten- decke des 17. Jh. |
Die Bibliotheksaula heute |
Der Fürstaller-Globus in der Bibliotheksaula |
| Prachtvolle Bucheinbände | |||
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Rollen- und Platteneinband für EB Wolf Dietrich, um 1590 (85.870 III) |
Einband für EB Marcus Sitticus, um 1612 (85.729 III) |
Einband für das Benediktinerkloster Prüfening, nach 1626 (85.091 II) |
Einband für EB Hieronymus Colloredo, um 1772 (86.621 I) |
| Historische Dokumente | |||
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Eines der ältesten für die Bibliothek angekauften Bücher, Kaufvermerk vom 28.5.1623 (F II 413) |
Bühnenbildentwurf (ev. von Matthias Siller?) für die Aula academica (H 24) |
Wolfgang A. Mozart als Tänzer genannt (R 4.102 I) |
Mozart als Komponist des Zwischenstücks "Apollo et Hyacinthus" zum Theaterstück "Clementia Croesi" (R 5.607 I) |
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Quellen: H. Boberski: Das Theater der Benediktiner an der alten Universität Salzburg (1617-1778). Wien 1978. - K. Foltz: Geschichte der Salzburger Bibliotheken. Wien 1877. - L. Hübner: Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg. Salzburg 1794. - A. Kutscher: Vom Salzburger Barocktheater zu den Salzburger Festspielen. Düsseldorf 1939. - Th. Weidenholzer: Bibliotheken. In: Rathaus, Kirche, Wirt. Öffentliche Räume in der Stadt Salzburg (hrsg. v. G. Ammerer u. Th. Weidenholzer). Salzburg 2009. S. 193-210. |
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