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Der Toskanatrakt
Der Umbau durch Wolf Dietrich

Der sog. "Toskanatrakt" der ehemals fürsterzbischöflichen Residenz wurde zwischen 1605 und 1611 anstelle mehrerer Bürgerhäuser von Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau (1597 - 1612) neu erbaut. Dieser Neubau umschloss zwei Gartenhöfe, die mit Brunnenanlagen, Wasserspielen, Grotten, Figurennischen und einem Vogelhaus ausgestattet waren.
Die "alte" Residenz, angrenzend an den Residenzplatz, diente weiterhin als Repräsentationsbau und Regierungssitz; die neuen Höfe erhielten mit ihrer Ausstattung als Lustgärten eher privaten Charakter. Beide Höfe waren durch eine von schlanken Marmorsäulen getragene, nach beiden Seiten offene Sala terrena miteinander verbunden.
Eine Umgestaltung erfolgte Ende des 18.Jh., als der letzte regierende Fürsterzbischof, Hieronymus Graf Colloredo, Teile abbrechen und entlang der Sigmund Haffner Gasse einen Neubautrakt errichten ließ. Im Zuge dieser Maßnahmen ging die künstlerische Ausstattung Wolf Dietrichs weitgehend verloren; im Vergleich dazu entstanden relativ nüchterne Verwaltungsgebäude, wobei die frühere Fassadengestaltung wieder aufgenommen wurde. Eine Aufwertung erfuhr dieser Bereich durch den 1859 aus Florenz vertriebenen Großherzog Ferdinand IV. von Toskana (namensgebend für diesen Bauteil!), der 1867 von seinem Bruder, Kaiser Franz Josef I., hier eingewiesen wurde. Nach dem Auszug der Familie Habsburg-Toskana nach dem 1. Weltkrieg wurde der Toskanatrakt für Verwaltungszwecke adaptiert, ab 1922 war hier die Sicherheitsdirektion untergebracht.
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Erst mit den 1986 anlaufenden Umbauarbeiten für die Juridische Fakultät war es möglich, die Trakte zu untersuchen, wobei viele Details der ursprünglichen Architektur sowie der einstigen prunkvollen Ausstattung aus der Zeit von Erzbischof Wolf Dietrich wiederentdeckt werden konnten. Ein wichtiger Fund gelang im 2. Obergeschoß des Nordosttraktes, wo nach Entfernen kleinerer Büroeinheiten die Wandmalerei der nach dem Vorbild im Vatikan geschaffenen sogenannten "Landkartengalerie" entdeckt und ebenfalls restauriert werden konnte. Eine weiterere Entdeckung einer Wandmalerei - die "Darstellung der vier Jahreszeiten" - brachte den Nachweis für das überregional bedeutende Kunstschaffen in Salzburg zu Beginn des 17. Jahrhunderts.
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